Von Stefan Hantzschmann
Erfurt - Asbest ist seit 1993 verboten, doch noch immer fallen in Thüringen jedes Jahr Tausende Tonnen asbesthaltiger Abfall an.
Das Aufkommen asbesthaltiger Abfälle bewege sich seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau von rund 10.000 Tonnen jährlich, teilte das Thüringer Umweltministerium auf Anfrage mit. Vor allem bei Bau-, Sanierungs- und Abrissarbeiten kommen die Asbestabfälle ans Tageslicht.
"Ein Rückgang ist bislang nicht erkennbar, da asbesthaltigen Baustoffe weiterhin im Zuge energetischer Sanierungen und des Gebäudeabbruchs zu erwarten sind", erläuterte ein Sprecher des Ministeriums.
Asbest war einst ein beliebter Baustoff - vor allem in den 1960er bis in die 1980er Jahre. Er findet sich bundesweit in Millionen Häusern oder auf Dächern von Garagen oder Gartenlauben. Aber auch viele Alltagsgegenstände enthielten früher Asbest - vom Blumenkasten bis zum Aschenbecher.
Die Herstellung und Verwendung von Asbest wurde in Deutschland 1993 verboten, weil Asbeststaub in der Lunge unter anderem Krebs verursachen kann.
Entsorgung von Asbest gilt als teuer
In Thüringen dürfen zwar mehrere Deponien asbesthaltige Stoffe annehmen. Die Asbestmonodeponie in Caaschwitz (Landkreis Greiz) sei aber die bislang einzige öffentlich zugängliche gewerbliche Deponie im Freistaat. Die Entsorgung von Asbest gilt allerdings als teuer. Den Angaben nach liegen die Annahmegebühren von asbesthaltigem Bauschutt im bundesweiten Schnitt bei etwa 100 bis 250 Euro pro Tonne.
Nach Einschätzung des Ministeriums kommt Asbest heutzutage besonders häufig in Asbestzementprodukten wie Dach- und Fassadenplatten, Wellplatten und Rohren oder auch als Abstandshalter in Stahlbetonbauwerken vor.