SPD-Ministerin betont: Fachkräfte sollen in Thüringen integriert werden

Von Sebastian Münster

Erfurt - Thüringens Arbeitsministerin Katharina Schenk (37, SPD) mahnt angesichts des Fachkräftemangels im Freistaat zu einem Kulturwandel.

Fachkräfte für Thüringen zu gewinnen sei laut Arbeitsministerin Katharina Schenk (37, SPD) kein Selbstläufer.  © Martin Schutt/dpa

Maßnahmen wie Verbesserungen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen und gezielte Anwerbeprogramme im Ausland könnten auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die Menschen auch gesellschaftlich integriert werden. "Das ist ja eigentlich auch etwas, was die Bevölkerung mittragen muss, dass man eben auch Einwanderungsland ist, das kann man nicht von oben verordnen", so Schenk.

Thüringen stehe im Ausland bei der Gewinnung von Fachkräften in direkter Konkurrenz mit zahlreichen anderen Bundesländern. Man müsse sich bewusst machen "dass diese Idee 'Alle wollen nach Deutschland' und dann sind wie selbstverständlich auch welche in Thüringen, dass das echt eine Illusion ist."

Die Bearbeitungszeit bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen bei ärztlichem Personal und pflegerischem Personal habe zuletzt reduziert werden können, so Schenk. Es brauche aber ein Umfeld, in dem sich die Menschen in Thüringen dauerhaft willkommen fühlten.

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"Man kann die Leute herholen, aber dass die dann bleiben und sich wirklich wohlfühlen, ist auch nicht damit getan, dass die dann einmal angekommen sind, eine Wohnung haben und einmal mit zum Karnevalsverein genommen werden", erklärte Schenk.

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80.000 Ausländer arbeiten in Thüringen

Vor allem im Pflege- und Gesundheitssektor ist der Bedarf an Fachkräften enorm. (Symbolfoto)  © Marijan Murat/dpa

Seit 2017 wachse die Beschäftigung in Thüringen nur noch, weil mehr Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit arbeiten, sagte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Sachsen-Anhalt-Thüringen, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Dennoch liege der Freistaat beim Anteil sozialversicherungspflichtig beschäftigter Ausländer weit unter dem Bundesdurchschnitt. Aktuell arbeiten demnach 80.000 Ausländer in Thüringen. "Das wird für uns mit Blick auf die demografische Lücke immer wichtiger", so Behrens.

Ähnlich äußert sich Lars Oschmann, Geschäftsführer der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Thüringen. Anwerbeprogramme für Fachkräfte im Ausland - insbesondere im Bereich der Pflege - würden Früchte tragen.

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