Trauer um Buchenwald-Überlebenden Raymond Renaud

Von Annett Gehler

Weimar - Der französische Überlebende des NS-Konzentrationslagers Buchenwald und Ehrenbürger der Stadt Weimar, Raymond Renaud, ist tot.

Der Buchenwald-Überlebende und Weimarer Ehrenbürger Raymond Renaud engagierte sich bis ins hohe Alter für Erinnerung und Aufklärung, insbesondere im Austausch mit jungen Menschen. (Archivbild)
Der Buchenwald-Überlebende und Weimarer Ehrenbürger Raymond Renaud engagierte sich bis ins hohe Alter für Erinnerung und Aufklärung, insbesondere im Austausch mit jungen Menschen. (Archivbild)  © Bodo Schackow/dpa

Er starb am 14. Januar im Alter von 102 Jahren, wie die Stadt unter Berufung auf das Internationale Komitee Buchenwald-Dora in Paris mitteilte.

Renaud war einer jener Überlebenden, die trotz ihres hohen Alters bis zuletzt regelmäßig nach Weimar reisten, um zu erinnern, zu mahnen und mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.

In den vergangenen 20 Jahren arbeitete er den Angaben nach regelmäßig in Schulen mit Jugendlichen und legte Zeugnis von seinem Leben ab.

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Ministerpräsident Mario Voigt (48) und Landtagspräsident Thadäus König (43, beide CDU) würdigten das Vermächtnis des Buchenwald-Überlebenden, der in Thüringen bleibende Spuren hinterlassen habe. Durch sein Wirken habe er ein unverrückbares Zeugnis gegen das nationalsozialistische Unrecht abgelegt, unterstrich Voigt. "Seine Stimme wird uns fehlen."

Die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erinnert an die Verbrechen des Nationalsozialismus (Archivbild)
Die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar erinnert an die Verbrechen des Nationalsozialismus (Archivbild)  © Martin Schutt/dpa

Oberbürgermeister beschreibt Raymond Renaud als lebensfrohen, humorvollen und gütigen Menschen

Landtagspräsident König sagte, Renaud bleibe in Erinnerung als warmherziger und zugewandter Mahner sowie als ein mitfühlender Menschenfreund. "Wir durften ihm zuhören, von ihm lernen und uns mit ihm austauschen." König und Voigt waren Renaud zuletzt beim 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora in Weimar im vergangenen April persönlich begegnet.

"Sein Tod reißt eine große Lücke", sagte Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (53, parteilos). Die Stadt verneige sich in Dankbarkeit und Trauer vor Renaud. Er habe gezeigt, dass Erinnerung warm, menschlich und zugewandt sein könne. Trotz all dessen, was ihm in Buchenwald angetan wurde, sei er ein lebensfroher, humorvoller und gütiger Mensch geblieben, der anderen Mut gemacht habe. "Sein Leben und sein Zeugnis bleiben Teil des moralischen Gedächtnisses dieser Stadt."

Renaud wurde am 13. Juli 1923 in Palinges (Saône-et-Loire) geboren. Im September 1943 wurde er nach Buchenwald deportiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 21.448. Nach der Befreiung kehrte er im Mai 1945 in seine Heimatstadt zurück. Er war Ritter der Französischen Ehrenlegion und seit 2022 Ehrenbürger von Weimar. Bis kurz vor seinem Tod lebte er in seinem Haus in Palinges.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

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