Wie oft werden Doktortitel in Thüringen aberkannt?

Von David Hutzler

Erfurt - An Thüringer Universitäten werden fast nie Doktortitel wegen Plagiaten aberkannt.

In Thüringen werden so gut wie Doktortitel wegen Plagiaten aberkannt. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa

Lediglich die Universität Jena hat in den vergangenen 15 Jahren zwei Titel entzogen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. An der Technischen Universität Ilmenau, der Universität Erfurt und der Bauhaus-Universität in Weimar sind hingegen keine Fälle bekannt.

In Jena seien die Hinweise auf mögliche Plagiate jeweils von Außen gekommen, hieß es weiter.

Öffentlich diskutiert wurde demnach etwa der Fall des früheren Polizeidirektors von Meiningen, dessen Doktortitel im Jahr 2013 aberkannt worden war. In keiner der vier staatlichen Universitäten sind Fälle bekannt, in denen Doktorgrade wegen Plagiaten gar nicht erst verliehen wurden.

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Seit im Jahr 2011 dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (54) der Doktortitel entzogen wurde, kommt es immer wieder zu Plagiatsvorwürfen gegen Politiker und andere öffentliche Personen. Oft kommen solche Hinweise von sogenannten Plagiatsjägern. Zuletzt hatte die Technische Universität Chemnitz Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) die Doktorwürde aberkannt. Er will dagegen gerichtlich vorgehen.

Aus den Universitäten im Freistaat heißt es, dass vor allem präventiv gegen Plagiate vorgegangen wird. Vor allem die Verteidigung der Doktorarbeit zeige, ob jemand in der Lage sei, seine Theorien und Methoden fachkundig zu vertreten, hieß es von der Uni Erfurt.

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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) will die Entscheidung der TU Chemnitz nicht einfach so hinnehmen.  © David Hammersen/dpa

Spezielle Software an Uni Ilmenau

Eine zentrale Plagiatssoftware zur Überprüfung von Doktorarbeiten wird in Ilmenau zur Verfügung gestellt, wie ein Sprecher sagte. Den Betreuern und Gutachtern stehe aber frei, ob sie die Software nutzten. Fachübergreifend Standard ist der Einsatz von solcher Software an keiner der vier Unis.

Und auch bei der Erkennung von Künstlicher Intelligenz (KI) tun sich die Universitäten schwer. So hieß es etwa aus Erfurt: "Unerlaubter KI-Einsatz kann noch nicht sicher geprüft werden."

Entsprechende Prüfsoftware könne bislang nur Wahrscheinlichkeiten angeben. Auch aus Jena heißt es, es gebe keinen sicheren technischen Nachweis. "Es gibt jedoch KI-Alarmzeichen, auf die die Gutachtenden achten."

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