Winterdienst im Sommer: Fahrzeug kühlt Straße mit Wasser, damit es keine Hitzeschäden gibt

Von Sarah Knorr

Unstruttal - Auf der L2038 im Unstrut-Hainich-Kreis wundert sich vielleicht mancher Autofahrer. Statt wie im Winter Sole zu versprühen, verteilte ein Winterdienstfahrzeug Wasser.

Im Unstrut-Hainich-Kreis ist der Winterdienst in diesem Jahr auch im Sommer unterwegs.  © Jacob Schröter/dpa

Dadurch werde der Asphalt gekühlt, teilte eine Sprecherin des Thüringer Landesamts für Bau und Verkehr mit. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" berichtet.

In den Sommermonaten sind Asphaltstraßen teils hohen Belastungen durch Hitze ausgesetzt. Ein häufiges Problem sei die "blutende Decke". Diese entsteht laut Sprecherin dann, wenn bei hohen Temperaturen das Bindemittel im Asphalt, das Bitumen, weich wird und an die Oberfläche steigt.

Dadurch entstehe eine glänzende, klebrige Schicht, die vor allem nach längeren Hitzeperioden und bei starkem Verkehr mit schweren Fahrzeugen wie Lastwagen sichtbar wird. 

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Unter dem Gewicht der Fahrzeuge gibt der Asphalt schließlich nach, sodass das Bitumen nach oben gedrückt wird, wie die Sprecherin mitteilte. So kann es etwa zu Verformungen der Fahrbahn kommen.

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Kühlen, um Schäden vorzubeugen

Um Hitzeschäden vorzubeugen, wird die Straße gekühlt.  © Jacob Schröter/dpa

Wenn das Bindemittel bei geringeren Temperaturen wieder fest wird, kann die Straße zudem glatt werden. Als Maßnahme wird dann oft Splitt gestreut, um die Rutschgefahr zu verringern. Die Konsequenz bislang: Entweder werden Warnschilder aufgestellt oder die Straßen werden gänzlich gesperrt.

Das Kühlen der Straße ist eine Möglichkeit, Hitzeschäden vorzubeugen. Bei Start- und Landebahnen sei dies eine gängige Methode, betonte die Sprecherin.

Deswegen kühle seit Anfang der Woche testweise ein Winterdienstfahrzeug bei Lengefeld, einem Ortsteil der Gemeinde Unstruttal, in den sehr warmen und sonnigen Stunden zwischen 8 und 18 Uhr die Straße mit Wasser. Das Fahrzeug soll so lange im Einsatz sein, bis die Temperaturen wieder niedriger sind.

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Ob diese Methode auch in anderen Bundesländern angewandt wird, könne sie nicht sagen, sagte die Sprecherin. In Thüringen sei es ein erstmaliger Versuch. Die Winterdienstfahrzeuge würden derzeit nicht anderweitig benötigt. Und: Sie sind mit der notwendigen Technik zur Wasserverteilung ausgestattet.

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