Zu wenig Absolventen: Thüringenkolleg in Weimar wird geschlossen

Von Stefan Hantzschmann

Weimar - Thüringens Bildungsministerium hat das Aus für das Thüringenkolleg in Weimar mit Kosten und niedrigen Absolventenzahlen gerechtfertigt.

Die Schülerzahlen am Thüringenkolleg in Weimar haben sich in den letzten zehn Jahren fast halbiert. (Archivfoto)
Die Schülerzahlen am Thüringenkolleg in Weimar haben sich in den letzten zehn Jahren fast halbiert. (Archivfoto)  © Sina Schuldt/dpa

"Der Thüringer Rechnungshof hat den Betrieb des Thüringenkollegs Weimar geprüft und das Ministerium zur Schließung aufgefordert", teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums auf Anfrage mit.

Die jährlichen Kosten beliefen sich den Angaben nach auf rund eine Million Euro. Im vergangenen Schuljahr habe es 25 Absolventen gegeben. "Im Jahrgang davor erreichten nur neun von 27 aufgenommenen Kollegiaten das Abitur", so der Sprecher.

Zudem hätten sich die Schülerzahlen in den vergangenen zehn Jahren fast halbiert – von mehr als 100 auf zuletzt 64, argumentierte das Ministerium.

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"Auf dieser Grundlage hat das Ministerium entschieden, ab dem Schuljahr 2026/2027 keine neuen Kollegiaten mehr aufzunehmen."

Aktuelle Kollegiaten sollen Abschluss noch machen können

Am Thüringenkolleg können Erwachsene innerhalb von drei Jahren auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ablegen.

Die Thüringer Linke-Bildungspolitikerin Ulrike Grosse-Röthig hatte die Schließungspläne kritisiert. "Die Chance zu bekommen, auch als Erwachsener noch einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen, mag für einen Minister nicht von Bedeutung sein, für die Schülerinnen und Schüler des Kollegs verändert es das ganze Leben." Sie forderte die Landesregierung auf, die angedrohte Schließung zurückzunehmen.

Nach Angaben des Ministeriums können Kollegiaten, die derzeit am Thüringenkolleg lernen, alle noch planmäßig ihren Abschluss machen. In Thüringen gebe es noch weitere Möglichkeiten, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu machen – etwa über Volkshochschulen oder Fernabitur, hieß es.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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