Rapper rechnet nach Abschiebung mit Deutschland ab: "18 Karat" bezeichnet Richter als "größte Versager"
Lissabon - Der jüngst aus Deutschland abgeschobene Rapper "18 Karat" (40, "Gangsta Gangsta") hat mit seiner langjährigen Heimat abgerechnet.
Der Portugiese, der seit 2022 aufgrund von Drogendelikten in der JVA Dortmund eingesessen hatte, hinter Gittern seine Frau Maya geheiratet und mit dem Tod ihres ungeborenen Kindes einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste, wurde Mitte der vergangenen Woche auf gerichtliche Anordnung hin nach Portugal ausgeflogen.
Auch wenn der Rapper mit der markanten Goldmaske seine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten damit nach knapp vier Jahren vorzeitig beenden durfte und nun in seinem Heimatland wieder in Freiheit leben kann, liege ihm weiterhin viel an Deutschland - dem Land, wo er sich mit seiner Musik eine erfolgreiche Karriere aufgebaut hatte.
"33 Jahre habe ich Deutschland mein Zuhause genannt. Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich mein Leben aufgebaut, dort ist meine Familie.
Und trotzdem wurde ich abgeschoben.
Das ist meine Realität", schrieb der Rapper in einem seiner ersten Instagram-Beiträge seit seiner Abschiebung.
Dazu veröffentlichte Ivo Vieira Silva, so sein bürgerlicher Name, ein Bild von sich, wie er mit seiner Tochter an einer idyllischen Küste in Portugal steht. Zugleich kündigte er an, seine neuen Lebensumstände für einen Neuanfang zu nutzen, inklusive eines neuen Albums: "Man kann einen Menschen aus einem Land bringen. Aber nicht seine Geschichte auslöschen."
18 Karat hält Abschiebung für ungerecht: "Deutschland ist am Ende"
Für Gerecht empfinde 18 Karat seine Abschiebung deshalb aber noch lange nicht, vielmehr fühle es sich für ihn "widersprüchlich" an.
Was genau er damit meinen könnte, zeigt eine Instagram-Story, die er am Sonntag veröffentlichte.
Darin teilte er einen Medienbericht aus der jüngeren Vergangenheit, in dem ein deutscher Polizist angesichts der Migrationsdebatte davor gewarnt hatte, dass Deutschland "zum Rauben und Vergewaltigen freigegeben" worden sei.
Dazu schrieb 18 Karat offensichtlich erzürnt: "Genau das ist, was in Deutschland gerade abgeht!!! Und solche Menschen wie mich schiebt ihr ab. Eine Schande ist das deutsche System. Richter, Staatsanwälte, Ausländerbehörde - größte Versager Deutschlands."
In einer weiteren Instagram-Story am Montag legte der 40-Jährige nach. Der schlichte Grund für seine Abschiebung sei, dass "Deutschland am Ende" sei, behauptete er darin.
18 Karat selbst wolle bald die Lügen der Gerichte und Medien "richtigstellen". Damit dürfte sicherlich genügend lyrisches Potenzial vorhanden sein, um ein neues Album mit harten Zeilen gegen den deutschen Rechtsstaat zu füllen.
Titelfoto: Bildmontage: Julian Stratenschulte/dpa, Instagram/@18karat

