Wegen Netflix-Serie "Lupin": Dorf laufen die Bewohner weg

Étretat - Das kleine französische Küstendorf Étretat wird seit dem Start der Netflixserie "Lupin" überrannt. Nun muss der Bürgermeister handeln - und greift zu außergewöhnlichen Mitteln.

Étretat in der französischen Normandie wird gerade von Fans der Netflixserie "Lupin" überlaufen.
Étretat in der französischen Normandie wird gerade von Fans der Netflixserie "Lupin" überlaufen.  © 123rf/elec

Die französische Serie "Lupin", deren zwei Teile in diesem Jahr auf Netflix herauskamen, wurde für den Streamingdienst zum Riesen-Erfolg.

In Windeseile eroberte sie in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden Platz eins der meist gesehenen Serien.

In den USA ist Lupin sogar die erste französische Produktion überhaupt, die den Sprung in die Top 10 fand.

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Die Story um die fiktiven Abenteuer des Meisterdiebs Arsène Lupin gespielt von Omar Sy schlägt noch immer ziemlich hohe Wellen, wird jedoch für die Bewohner von Étretat zum echten Ärgernis.

Seit Veröffentlichung der ersten Staffel pilgern zahlreiche Fans der Serie in das 1200-Seelen-Dorf, um einen der Drehorte einmal live zu erleben. Zum Teil sind es mehrere tausend Touristen am Tag.

"Ich habe Lupin auf Netflix gesehen und musste einfach herkommen", erklärt eine junge Französin gegenüber SRF. Ein anderer erzählt: "Ich habe vorher schon von den Büchern gehört, doch Lupin habe ich erst durch die Serie entdeckt."

Trailer zu "Lupin" auf Netflix mit Omar Sy

Étretats Bewohner genervt von Hype um "Lupin"

Omar Sy (43) spielt in "Lupin" den gleichnamigen Meisterdieb.
Omar Sy (43) spielt in "Lupin" den gleichnamigen Meisterdieb.  © Emmanuel Guimier/Netflix

Für die Dorfbewohner ist der Massentourismus aber eher Fluch als Segen: "Auf allen Hauptstraßen herrscht Stau, die Parkplätze sind überfüllt und die Autos werden einfach irgendwo abgestellt", sagt Bürgermeister André Baillard (72).

Viele Anwohner fühlen sich durch die Reisenden in ihrem Alltag beeinträchtigt. Einige protestierten mit Plakaten und Schildern, andere packen gleich ihre Koffer und ziehen weg: "Früher waren die Schulen hier überfüllt, heute hat es kaum noch Kinder. Die einheimischen Familien zieht es fort", berichtet eine Einheimische.

Deshalb hat sich Baillard nun für einen drastischen Weg entschieden: "Wir möchten das Dorf dichtmachen".

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Étretat soll bald nur noch für einheimische Autos zugänglich sein. Außerdem sollen mehr Parkplätze außerhalb der Ortsgrenze geschaffen werden.

Ob man damit dem Touristenansturm wirklich Herr werden kann, wird sich zeigen. Denn der Hype um "Lupin" wird wohl kaum abflachen und die nächste Staffel ist schon bestellt.

Titelfoto: Emmanuel Guimier/Netflix

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