Zverev rastet im Fünf-Satz-Krimi gegen Alcaraz raus: "Das ist Bullshit!"

Hamburg/Melbourne - Der Finaltraum ist geplatzt! Tennis-Star Alexander Zverev (28) hat das Halbfinale bei den Australian Open nach einem Fünf-Satz-Krimi gegen Carlos Alcaraz (22) verloren. Zwischenzeitlich gab es heftige Diskussionen.

Alexander Zverev (28, r.) beschwert sich beim Oberschiedsrichter über die medizinische Auszeit von Carlos Alcaraz.  © Asanka Brendon Ratnayake/AP/dpa

Zverev hatte gegen den Spanier die ersten beiden Sätze mit 4:6 und 6:7 (5:7) verloren und sah seinen Traum vom erneuten Einzug ins Finale platzen.

Beim Stand von 4:4 im dritten Satz bekam Alcaraz bei eigenem Aufschlag aber plötzlich Probleme. Es sah so aus, als würde er Krämpfe haben. Sichtlich angeschlagen schleppte er sich über den Platz, gewann sein Aufschlagspiel aber trotzdem, weil er gnadenlos direkt auf die Punkte ging.

Als es zum Seitenwechsel ging, ließ er den Physiotherapeuten rufen und sich behandeln. Von Stuhlschiedsrichterin Marijana Veljović erhielt Alcaraz sogar eine dreiminütige medizinische Auszeit. Das brachte allerdings Zverev auf die Palme.

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"Das ist Schwachsinn, er hat Krämpfe", beklagte er sich beim Oberschiedsrichter, der sich dem Deutschen gegenüber erklären musste. Zverev war außer sich: "Was ist das denn für ein absoluter Scheiß! Der kann doch kein Medical nehmen, der hat Krämpfe."

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Alexander Zverev erhebt schwere Vorwürfe

Carlos Alcaraz (22, r.) ließ sich unbeeindruckt von der Wutrede des Deutschen behandeln.  © DAVID GRAY / AFP

Während Alcaraz behandelt wurde, redete Zverev immer weiter und fragte nach, was es denn sonst sein solle. "Das ist unfassbar, ihr protected die beiden", beklagte er sich.

Mit den beiden meinte er neben Alcaraz auch Jannik Sinner (24), dem im Verlauf des Turnieres schon ein ähnliches Schicksal ereilt hatte. Auch er schleppte sich mit Krämpfen über den Platz. Beide gelten derzeit als absolute Aushängeschilder des Tennis.

Zverev war weiterhin nicht zu beruhigen. "Das ist unglaublich, das gibt es nicht, das kann nicht euer Ernst sein", verschaffte sich der Deutsche weiter Luft. Denn Alcaraz hatte das Medical Timeout nur bekommen, weil er gesagt hatte, er haben einen Stich im rechten Oberschenkel verspürt. Nur so war die Entscheidung der Stuhlschiedsrichterin zulässig, nur aufgrund der Krämpfe hätte Alcaraz die Auszeit nicht erhalten. Inwiefern Zverev das wusste, blieb offen.

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Als es endlich weiter ging, hatte Zverev sich beruhigt, den dritten Durchgang gewann er im Tiebreak mit 7:6 (7:3). Auch der vierte Satz war Spitz auf Knopf, der Deutsche wehrte sich gegen das Aus und holte sich den Satz ebenfalls mit 7:6 (7:4).

Im entscheidenden Durchgang sah es so aus, als könnte der 28-Jährige das Match tatsächlich drehen, nachdem er Alcaraz gebreakt hatte. Als Zverev jedoch zum Matchgewinn aufschlug, versagten ihm die Nerven. Anschließend holte er kein Spiel mehr und gab den Satz mit 5:7 aus der Hand. Der erneute Finaleinzug war damit ausgeträumt, Zverev muss so weiterhin auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten.

Erstmeldung, 30. Januar, 9.01 Uhr; aktualisiert um 10.43 Uhr.

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