"Ausbrecherkönig" und Schriftsteller Ludwig Lugmeier mit 76 Jahren gestorben

Berlin - Der frühere Häftling und spätere Schriftsteller Ludwig Lugmeier (†76), einst als "Ausbrecherkönig" bekannt, ist tot.

Ludwig Lugmeier (†76) starb nach einem bewegten Leben in Berlin.
Ludwig Lugmeier (†76) starb nach einem bewegten Leben in Berlin.  © Ingo Wagner/dpa

Wie der Verbrecher Verlag mitteilte, starb Lugmeier bereits am 9. März in Berlin. Er wurde 76 Jahre alt. Zu den genaueren Umständen des Todes wurde zunächst nichts bekannt.

"Leider müssen wir mitteilen, dass der große Schriftsteller Ludwig Lugmeier in der vergangenen Woche gestorben ist", hieß es in der Erklärung. Der Verlag würdigte Lugmeier weiter als inspirierende Persönlichkeit, deren Werk viele Schriftsteller beeinflusst habe.

Lugmeier wurde 1949 im oberbayerischen Kochel am See geboren und lebte zuletzt als freier Autor in Berlin. Schon früh war er laut Verlag "an Außenseitern und an der Revolte" interessiert.

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Nach Gelegenheitsjobs als Maurer, Schiffer oder sogar Bärendompteur im Zirkus rutschte er in die Kriminalität ab und kam mit 17 Jahren erstmals in Jugendhaft.

Nach seiner Entlassung versuchte Lugmeier, die Welt zu bereisen, kehrte aber immer wieder nach Deutschland zurück. Dort überfiel er schließlich Geldtransporter. 1974 wurde er in Mexiko verhaftet, nach Deutschland ausgeliefert – und damit schlagartig bekannt.

Seine spektakuläre Flucht während einer Gerichtsverhandlung im Februar 1976 – er sprang durch ein offenes Fenster des Gerichtssaals – machte ihn zum Mythos. Erst Monate später wurde er in Reykjavík festgenommen.

Verbrecher Verlag würdigt Ludger auf Instagram

Gefängnisaufenthalt wird zum Startschuss für Karriere als Schriftsteller

Während seiner Haft (1977 bis 1989) wandte sich Lugmeier der Literatur zu. Er veröffentlichte unter anderem 1987 den Erzählband "Schattenränder", 1988 den Gedichtband "Flickstellen" und 1993 den gefeierten Roman "Wo der Hund begraben ist".

Darüber hinaus schrieb Lugmeier zahlreiche Gedichte, Essays, Rundfunk-Features und Reportagen. Bekannt war er auch für seine tiefe Stimme, mit der er als Märchenerzähler auftrat.

Titelfoto: Ingo Wagner/dpa

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