Berliner Influencer redet Tacheles: "Nur weil ich erotischen Content mache ..."

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Berlin - Marius Rohde (24) ist schwul, lebt in Berlin und produziert erotischen Content für Plattformen wie OnlyFans und BestFans. Dass er dadurch automatisch für alle schwulen Männer sprechen soll, weist der Content Creator entschieden zurück.

Marius Rohde (24) produziert seit seinem 18. Lebensjahr erotischen Content.
Marius Rohde (24) produziert seit seinem 18. Lebensjahr erotischen Content.  © BestFans

"Ich repräsentiere mich selbst und nicht alle schwulen Männer", sagt Rohde laut einer BestFans-Pressemitteilung, die TAG24 vorliegt.

Damit reagiert er auf Kritik, erotische Creator würden ein hypersexualisiertes Bild schwuler Männer festigen und der queeren Bewegung damit schaden.

Rohde versteht nach eigenen Angaben, woher diese Vorwürfe kommen. Er hält jedoch dagegen: "Ich finde, echte Akzeptanz bedeutet auch, unterschiedliche Lebenswege zu akzeptieren - selbst wenn sie nicht jedem gefallen." Niemand solle anderen vorschreiben, wie sie ihre Sexualität oder ihren Körper leben dürfen.

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Die entscheidende Frage lautet für Rohde nicht, ob erotische Inhalte queere Menschen sichtbar machen oder sie auf ein Klischee reduzieren. Beides könne gleichzeitig existieren.

"Nur weil ich erotischen Content mache, definiert das nicht die gesamte Community", sagt er. Queere Menschen seien vielfältig. Wichtig sei deshalb vor allem, dass jede Person selbst bestimmen könne, wie sie sich zeigt. Solange das freiwillig geschehe, sehe er darin kein Problem.

Vorurteile begegnen Rohde nach eigener Aussage vor allem im Internet. Dort würden Menschen schnell urteilen, ohne ihn persönlich zu kennen. Auch außerhalb des Netzes erlebe er, dass andere ihn auf seinen Beruf reduzieren und nicht wahrnehmen, was er daneben macht.

Marius Rohde nimmt queerfeindliche Vorfälle in Berlin wahr

Der 24-Jährige will nicht auf seinen Körper reduziert werden.
Der 24-Jährige will nicht auf seinen Körper reduziert werden.  © Screenshot/Instagram/diesermarius

Berlin gehört für Rohde in seinen Worten "weiterhin zu den offensten Städten überhaupt". Trotzdem nehme er wahr, dass queerfeindliche Vorfälle häufiger werden oder zumindest stärker sichtbar sind.

Er selbst fühlt sich nach eigenem Bekunden in der Hauptstadt grundsätzlich wohl. Vollständig frei von Unsicherheit ist sein Alltag dennoch nicht: "Ich kenne auch Situationen, in denen man sich zweimal überlegt, ob man mit seinem Partner Händchen hält."

Sein Fazit dazu ist knapp: "Das sollte eigentlich nicht so sein."

Titelfoto: Screenshot/Instagram/diesermarius

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