Bülent Ceylan warnt auf der Bühne vor Panik: "Demokratie braucht Klarheit"

Von Wolfgang Jung

Mannheim - Die aktuellen Krisen treiben auch Bühnenkünstler um. Comedian Bülent Ceylan (50) rät angesichts der angespannten weltpolitischen Lage zu Besonnenheit statt Panik.

Bülent Ceylan (50) startet in Kürze seine neue Comedy-Tour.
Bülent Ceylan (50) startet in Kürze seine neue Comedy-Tour.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Man sollte diesen absurden Zeiten mit Haltung begegnen - und auch mit Humor", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Mannheim. Er bringe die Krisen der Welt in einem neuen Programm namens "Diktatürk" auf die Bühne.

Der Titel sei bewusst provokant gewählt. "So etwas ist immer ein Risiko", meinte der Sohn eines Türken und einer Deutschen. Er vertraue aber darauf, dass das Publikum verstehe, worum es ihm gehe. "Demokratie muss etwas aushalten, braucht aber Klarheit."

"Diktatürk" feiert am Donnerstag (19. Februar) Premiere in Wetzlar (Hessen). Bis Ende 2027 tourt Ceylan durch Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz.

Ceylan spielt überzeichneten Diktator

Zwar blende er dabei die aktuellen Krisen nicht aus, betonte der 50-Jährige. "Aber das Programm ist nicht überwiegend politisch." Gleich zu Beginn schlüpfe er in eine neue Figur - einen grell überzeichneten Diktator in Uniform –, doch im Vordergrund stünden Humor und Absurdität.

"Man muss sich über diese fordernden Zeiten auch lustig machen können", sagte Ceylan.

Für reinen Klamauk sei ihm das Thema Diktatur zu ernst. "Man muss es seriös angehen und so verpacken, dass man befreiend darüber lachen kann - wie Charlie Chaplin in seinem legendären Film 'Der große Diktator'", sagte Ceylan.

"Diktatürk" sei eine Mischung aus Satire, persönlicher Geschichte und politischer Zuspitzung. "Man lacht erst - und merkt dann: Ui, das war eigentlich gar nicht so lustig."

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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