Berlin – Die Vorwürfe von Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) sorgen jetzt auch international für Schlagzeilen. Eine Recherche der "New York Times" bringt neue Details ans Licht.
So berichtet die Zeitung von einer E-Mail, die Ulmen an seinen Anwalt geschrieben haben soll. Darin räumt der Schauspieler dem Artikel zufolge ein, mit rund 30 Männern unter Fernandes' Identität sexuelle Online-Kontakte geführt zu haben.
Zugleich habe er sein Verhalten bedauert, hieß es weiter. Unter den kontaktierten Männern soll sich auch ein Versicherungsvertreter befunden haben, mit dem Fernandes und Ulmen beruflich zu tun hatten.
Darüber hinaus zeigen ChatGPT-Protokolle dem Bericht der US-Zeitung zufolge, dass Ulmen die Künstliche Intelligenz unter anderem fragte, wie sich Männer dazu bringen ließen, E-Mails zu löschen, ohne dass dies rechtlich als Beeinflussung möglicher Zeugen gewertet werden könnte.
Collien Fernandes erklärte gegenüber der "New York Times", Christian Ulmen habe ihr im Dezember 2024 in einem Hotel von seiner Beteiligung an den Fake-Profilen erzählt.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Als Motiv soll ihr Ex-Mann ihr gegenüber eine voyeuristische Neugier genannt haben: Er habe wissen wollen, welche Männer sich für seine damalige Frau interessierten.
Christian Ulmen reagiert nicht auf Anfrage der US-Zeitung
Collien Fernandes machte den Fall im Frühjahr im "Spiegel" öffentlich und warf ihrem Ex-Partner vor, er habe sie "virtuell vergewaltigt". Demnach soll Ulmen über einen längeren Zeitraum Fake-Profile unter dem Namen seiner damaligen Ehefrau angelegt und darüber Männer kontaktiert haben. Dabei sollen auch sexuelle Nachrichten und Inhalte ausgetauscht worden sein.
Juristisch ist die Angelegenheit weiterhin nicht abgeschlossen. Ein zunächst in Spanien geführtes Verfahren wurde inzwischen an die deutsche Justiz übergeben. In Deutschland laufen zudem Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf häusliche Gewalt. Auch die Vorwürfe bezüglich digitaler Gewalt werden weiter geprüft.
Christian Ulmen hat über seinen Anwalt einzelne Darstellungen zurückgewiesen. Unter anderem wehrte sich der 50-Jährige dabei gegen den Vorwurf, Deepfake-Videos erstellt oder verbreitet zu haben. Eine solche Anschuldigung hat Fernandes allerdings auch gar nicht gegen ihn vorgebracht.
Auf eine Anfrage der "New York Times" zu den aktuellen Vorwürfen und den von der Zeitung ausgewerteten Unterlagen soll Ulmen nicht reagiert haben.