Collien Fernandes wirft Christian Ulmen gezielte "Täterstrategie" vor
Berlin - Nach dem jüngsten Gerichtsentscheid wirft Collien Fernandes (44) ihrem Ex-Mann Christian Ulmen (50) vor, eine gezielte "Täterstrategie" zu verfolgen.
Das Oberlandesgericht Hamburg hatte vor wenigen Tagen einige Passagen des "Spiegel"-Artikels für unzulässig erklärt, in denen der Eindruck erweckt werde, Ulmen habe Deepfake-Videos seiner Ex-Frau "hergestellt und/oder verbreitet".
"Fakt ist: Das, was passiert ist, ist passiert", erklärte Fernandes im Gespräch mit dem "Tagesspiegel" im Deutschen Theater in Berlin. Im Zentrum ihrer Kritik: Einzelne Nebenaspekte würden bestritten, um ihre gesamte Darstellung infrage zu stellen.
Für Fernandes hat dieses Vorgehen ihrer Aussage nach konkrete Konsequenzen. "Es sollte auch bei ihm angekommen sein, dass ich Morddrohungen bekomme", sagte sie.
Die gezielte Infragestellung ihrer Aussagen führe dazu, dass sich Hass weiter verstärke. "Was ist denn, wenn mir irgendwann so ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?" Diese Eskalation nehme man aus ihrer Sicht bewusst in Kauf.
Inhaltlich erneuerte die Schauspielerin ihre Vorwürfe: Ulmen habe täuschend echte Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber sexualisierte Inhalte verbreitet.
Collien Fernandes kritisiert strukturelles Problem
Zudem wird ein Vorfall aus dem Jahr 2023 untersucht, bei dem es um körperliche Gewalt geht. Ulmen weist die Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Über den Einzelfall hinaus sieht die 44-Jährige ein strukturelles Problem. Digitale Gewalt sei juristisch unzureichend erfasst, kritisierte sie und forderte politische Konsequenzen. Ihr Engagement richtet sich daher auch auf eine "nationale Strategie gegen männliche und digitale Gewalt".
Die persönlichen Folgen beschrieb sie offen. Neben Angst und Ohnmachtsgefühlen betonte sie vor allem die reale Dimension digitaler Übergriffe: "Das alles findet eben nicht nur hinter einem Computer statt, sondern hinter diesem Computer sitzen Menschen."
Collien Fernandes' Fazit in dieser Hinsicht lautete: "Wir müssen ein neues Selbstverständnis lernen, dass nicht das Opfer die Familie zerstört, sondern der Täter."
Titelfoto: Carsten Koall/dpa

