Berlin - Die spanische Staatsanwaltschaft auf Mallorca will die Anzeige der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen (50), an deutsche Ermittlungsbehörden abgeben.
Das geht aus einer Erklärung von Ulmens Anwalt Christian Schertz hervor.
Zur Begründung führte die Behörde demnach an, die spanische Justiz sei für die von Fernandes angezeigten mutmaßlichen Straftaten nicht zuständig. Die Vorfälle sollen sich "überwiegend in Deutschland zugetragen haben". Unklar ist noch, wann das Gericht über den Antrag entscheidet.
Nach Angaben einer Sprecherin des Obersten Gerichtshofs der Balearen hatte Fernandes Anfang Dezember 2025 in Palma Anzeige erstattet - unter anderem wegen mutmaßlicher Identitätsfälschung, Geheimnisverrats, öffentlicher Beleidigung, wiederholter Misshandlung und schwerer Drohungen.
Bereits zuvor war in Spanien ein anderes Verfahren im Zusammenhang mit dem Paar eingestellt worden. Dabei ging es um einen Vorwurf häuslicher Gewalt; beide wurden damals kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Da Fernandes und Ulmen auf eine weitere Verfolgung verzichteten, wurde der Fall zu den Akten gelegt.
Fernandes wirft Ulmen vor, unter ihrer Identität Fake-Accounts in sozialen Netzwerken angelegt und darüber Männer aus ihrem Umfeld kontaktiert zu haben. Über diese Profile sollen pornografische Bilder und Videos verschickt worden sein, die andere Frauen zeigten, von den Empfängern jedoch ihr zugeschrieben wurden. Zudem soll Ulmen mit einigen der Männer Telefonsex geführt haben, bei dem er sich als sie ausgab.
Übernehmen deutsche Behörden sämtliche Ermittlungen?
Der "Spiegel" berichtete Mitte März ausführlich über den Fall. Fernandes wurde dort mit den Worten zitiert: "Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut." Außerdem sprach sie von "virtueller Vergewaltigung".
Ulmens Anwalt Christian Schertz widersprach der Darstellung des Magazins und kündigte rechtliche Schritte an. Zu den Vorwürfen der gefälschten Accounts äußerte er sich nicht.
In Deutschland führt inzwischen die Staatsanwaltschaft Itzehoe wieder Ermittlungen - diesmal gegen Ulmen als Verdächtigen wegen des Verdachts der Nachstellung. Zuvor war ein Verfahren dort im Juni 2025 eingestellt worden, da die von Fernandes eingereichten Unterlagen nach Behördenangaben nicht für einen Anfangsverdacht ausgereicht hätten.
Die neuerliche Entwicklung auf Mallorca könnte nun dazu führen, dass die deutschen Behörden offiziell sämtliche Ermittlungen übernehmen. Es gilt die Unschuldsvermutung.