Fall Collien Fernandes: Klaas nimmt Männer in die Pflicht: "Es sind nie Frauen. Nie!"
Berlin - Klare Kante! Im Zuge des Collien-Fernandes-Falls hat Klaas Heufer-Umlauf (42) in der aktuellen Folge von Baywatch Berlin einen beachtlichen 10-Minuten-Monolog gehalten. Der TV-Komiker nimmt die Männer in die Pflicht.
"Es ist so eine paradoxische Mischung aus eigentlich ist es eine gute Zeit, um mal die Schnauze zu halten und mal zuzuhören, weil man nicht immer ein individueller Mensch ist, sondern Teil einer Gruppe ist und dafür genauso Verantwortung übernimmt. Diese Gruppe heißt Mann. In dieser Gruppe gibt es große Probleme", so Klaas.
Collien Fernandes (44) hatte vergangene Woche schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen (50) erhoben und diese erst am Donnerstag noch einmal präzisiert. Der Jerks-Schöpfer soll ihr unter anderem gestanden haben, diverse Fakeprofile von ihr erstellt zu haben.
Zahlreiche Promis solidarisieren sich mit Collien, Demos werden organisiert, die Debatte um digitale Gewalt gegen Frauen hat sogar den Bundestag erreicht - und auch den Podcast Baywatch Berlin.
Für Klaas aber geht es um mehr, als darum, dass ausgerechnet ihr berühmter Ehemann ihr so etwas angetan haben soll. Er sieht ein strukturelles Problem: "Das muss sich ändern. So sehr, dass wir alle ein noch viel geschärfteres Bewusstsein dafür entwickeln müssen, was dort passiert."
Klaas bewundert Collien Fernandes für Schritt an die Öffentlichkeit
Auch das Argument, was manche gerne anbringen, dass es nur ein Einzeltäter ist oder nicht alle Männer so sind, zieht nicht: "Es ist ein ganz bezeichnender Satz, der ganz viel klarmacht. Natürlich sind es nicht alle Männer, aber es sind immer Männer, wenn was ist. Immer. Es sind nie Frauen. Nie", fasst es Klaas passend zusammen.
"KI ist nicht das Problem. Deepfake ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass es das gibt und das benutzt wird, um etwas zu machen, was vor vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten auch gemacht wurde."
Für den Schritt an die Öffentlichkeit von Collien empfindet der Moderator höchsten Respekt. Dank ihrer Geschichte müssen andere Frauen, denen ähnliches widerfahren ist, womöglich deswegen eben nicht ihre Geschichte erzählen, weil sich zum Beispiel die Gesetze geändert haben oder ein anderes Bewusstsein geschaffen wurde: "Das ist so ein großer Dienst. Das ist so eine große gute Sache, dass ich mich da wirklich nur verneigen kann."
Klaas bewundert seine ehemalige Kollegin für ihren Mut. Sie kennen sich noch bestens von Viva. Beide wagten damals beim Musiksender die ersten Schritte im TV: "Sie hat sich diesen Schritt zu 1000 Prozent nicht leicht gemacht."
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa, Christoph Reichwein/dpa

