Berlin - Désirée Nosbusch (61) liegen Themen wie Stalking, Narzissmus und Gewalt gegen Frauen besonders am Herzen. Die ARD-Krimireihe "Der Irland-Krimi" nutzt sie, um diese sensibel sichtbar zu machen.
"Ein Krimi erlaubt es, diese Dynamiken sichtbar zu machen, ohne belehrend zu sein. Mich interessiert dabei besonders, dass wir nicht nur die Tat zeigen, sondern die emotionalen und psychologischen Mechanismen dahinter", erklärt Nosbusch in einer Pressemitteilung.
Zudem sei "Der Irland-Krimi" eine sehr beliebte Reihe und erreiche ein großes Publikum – auch Menschen, die sich nicht bewusst einen Film über diese Themen ansehen würden.
Bei diesen Themen stößt ihre Serienfigur Cathrin Blake jedoch oft an ihre Grenzen. Beim Spielen habe sie immer wieder festgestellt, dass wahre Widerstandskraft selten laut oder heroisch ist.
"Sie zeigt sich eher darin, weiter präsent zu bleiben, zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen – selbst dann, wenn man innerlich erschöpft ist", so die 61-Jährige.
Privat versuche sie, in herausfordernden Situationen einen stillen Beobachter in sich wachzuhalten, jemanden, der die Situation weiterhin analysiert.
Désirée Nosbusch möchte Mitgefühl als zentrale Botschaft vermitteln
Von den Zuschauern wünsche sie sich vor allem eins: "Dass man sensibler wird für die leisen Zeichen hinter Gewalt oder emotionalem Druck. Dass man vielleicht genauer hinhört, wenn jemand Hilfe braucht oder eigene Grenzen ernster nimmt."
Gleichzeitig hoffe sie, dass die Filme zeigen, wie wichtig Mitgefühl ist. "Nicht als Schwäche, sondern als Haltung. Denn oft beginnt Veränderung genau dort, wo jemand bereit ist, wirklich hinzusehen", so die TV-Bekanntheit.
Am Set schätzt sie vor allem das große Vertrauen, das die Arbeit fast familiär wirken lässt.
"Mit Declan Conlon verbindet mich eine sehr feine, intuitive Zusammenarbeit. Eine Freundschaft (...). Diese gewachsene Vertrautheit überträgt sich, glaube ich, auch auf den Bildschirm", erklärt Nosbusch.