"Die Lütte": Künstlerin Angelika Mann ist tot

Von Katrin Koch, Sophia-Caroline Kosel, Julia Kilian

Berlin - Angelika Mann, eine der bekanntesten Künstlerinnen mit DDR-Wurzeln, ist tot.

Angelika Mann starb im Alter von 76 Jahren.
Angelika Mann starb im Alter von 76 Jahren.  © Soeren Stache/dpa

Die Sängerin und Schauspielerin starb Mittwoch im Alter von 76 Jahren an einem Krebsleiden, wie ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Mann - die wegen ihrer Körpergröße von 1,49 Meter auch "die Lütte" genannt wurde - stand mehr als ein halbes Jahrhundert auf der Bühne, auch als Kabarettistin und Moderatorin.

Musik spielte für die Berlinerin schon früh eine wichtige Rolle. Als Kind übte sie bis zu acht Stunden täglich Klavier, als Teenager hörte sie Bach und Beatles.

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Doch nach dem Abschluss der Schule absolvierte die Arzttochter zunächst eine Lehre in einer Apotheke. Sie liebte den Publikumskontakt, wie sie selbst schrieb. In der Mittagspause sang sie ihren Kollegen die neuesten Schlager vor.

Gemeinsamer Auftritt 2004: Reinhard Lakomy und Angelika Mann sind untrennbar mit den Liedern des "Traumzauberbaums" verbunden. (Archivfoto)
Gemeinsamer Auftritt 2004: Reinhard Lakomy und Angelika Mann sind untrennbar mit den Liedern des "Traumzauberbaums" verbunden. (Archivfoto)  © Imago/Scherf
Als Schneeflocke Snegurotschka in der "Baba Jaga"-Reihe wurde die "Lütte" sogar zu einer Theater-Maßeinheit.
Als Schneeflocke Snegurotschka in der "Baba Jaga"-Reihe wurde die "Lütte" sogar zu einer Theater-Maßeinheit.  © Steffen Füssel

Auftritte mit Manfred Krug und Uschi Brüning

Angelika Mann erlag an einem Krebsleiden.
Angelika Mann erlag an einem Krebsleiden.  © Facebook/Screenshot/Angelika Mann

In den 1970er Jahren begann dann ihre Musikkarriere richtig - zunächst an der Seite des Komponisten Reinhard Lakomy. Ihre unverwechselbare Stimme ist etwa auf Lakomys millionenfach verkaufter Kinderschallplatte "Traumzauberbaum" zu hören.

Angelika Mann sang aber auch mit Manfred Krug und der Jazz-Sängerin Uschi Brüning.

Weil sie sich in der DDR zunehmend unwohl fühlte, stellte sie 1984 einen Ausreiseantrag. Ein Jahr später durfte sie das Land verlassen. Im Westen fasste "die Lütte" zügig Fuß. Zum Beispiel wurde sie am Theater des Westens als Lucy in der Dreigroschenoper bejubelt. Nach dem Mauerfall kehrte die Künstlerin dennoch gerne wieder zurück in den Osten Deutschlands - und auf viele Bühnen dort.

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So war sie in der Comödie Dresden im Theaterstück "Kalender Girls" unter anderem an der Seite von Viktoria Brams, Ursula Karusseit und Uta Schorn und in der Baba-Jaga-Märchenreihe im Boulevardtheater zu sehen. Ihr Schneeflocken-Kostüm war so voluminös, dass die Türbreite immer ein Lütt betragen musste", erinnert sich Boulevardtheater-Schauspieler Thomas Kaufmann (48).

Angelika Mann lebte zuletzt in Berlin-Rudow, sie hinterlässt ihren Ehemann Ralf Rasch (72) und eine Tochter, die Schauspielerin und Sängerin Ulrike Weidemüller (39).

zuletzt aktualisiert: 16.32 Uhr

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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