Kollegah alias Felix Blume: Bündnis fordert Konzertabsage, Veranstalter bleibt hartnäckig
München - Rapper "Kollegah", jetzt Felix Blume (41), steht mit seinem Album "Kanzler" wegen Antisemitismusvorwürfen in der Kritik. Ein Bündnis will, dass sein Konzert in München abgesagt wird, doch der Veranstalter sieht keine Probleme mit den Texten des Künstlers.
"Wäre ich Kanzler, würde ich für Deutschland kämpfen bis aufs Blut", heißt es im Titel "Deutschland". Der AfD-Abgeordnete Maximilian Krah (49) fühlte sich davon angesprochen, teilte den Song auf X und lobte den Rapper als Teil der "Wende".
Im Refrain zitiert der Rapper Heinrich Heines Gedicht "Nachtgedanken" mit den Worten: "Denk’ ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." Im Musikvideo sind dazu Ausschnitte von Anschlägen der letzten Jahre zu sehen, darunter auch auf das israelische Generalkonsulat in München.
Das ließ das "Linke Bündnis gegen Antisemitismus München" aufhorchen. Die Aktivisten nahmen das Album unter die Lupe und erhoben Antisemitismusvorwürfe.
So würden sich in den Texten Anspielungen finden, die als antisemitisch und verschwörungstheoretisch gedeutet werden können.
Bündnis gegen Antisemitismus nimmt Album "Kanzler" unter die Lupe
Dabei heißt es zum Beispiel im Song "Der Boss flaniert": "Komme heim und schreib' am Nachfolger von 'Apokalypse', wo ich seit Jahren schon dran sitze."
Felix Blume nimmt dabei Bezug zum Song "Apokalypse", den er nach dem Echo-Skandal 2018 offline genommen hatte, so das Bündnis in seiner Analyse. In dem Song ging es um eine globale Verschwörung, der Endgegner im Video zum Song trägt einen Davidstern am Finger.
Auch der Song "So wie Kanye" sei kritisch zu betrachten. Dabei vergleicht sich Felix Blume mehrfach mit dem US-Rapper Kanye West (48), der seinerseits immer wieder mit antisemitischen Äußerungen und Verschwörungstheorien auffällig geworden ist.
Weitere Kritikpunkte fasst das Bündnis auf seiner Internetseite zusammen.
Veranstalter hält an "Kollegah"-Konzert in München fest
Aufgrund der Inhalte forderten die Aktivisten den Konzertveranstalter "Streetlife International" auf, das Konzert am 28. März im Zenith in München abzusagen. 2019 musste der Rapper bereits sein Konzert im Backstage ausfallen lassen.
Bisher sieht sich der Veranstalter aber nicht zu einer Absage bewegt, berichtete der BR Ende letzter Woche. So könne Street Life International der Schlussforderung des Bündnisses nicht pauschal zustimmen. Da auch das Management des Künstlers alle Vorwürfe von sich wies, sei keine Absage geplant.
Auf Nachfrage von TAG24 hat sich der Veranstalter und das Management bislang nicht weiter zu den Vorwürfen geäußert.
Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

