Ermittlung wegen sexualisierter Bilder: EU sagt KI von Elon Musk den Kampf an

Von Niklas Treppner

Brüssel (Belgien) - Nach dem Skandal um sexualisierte KI-Bilder von Elon Musks (54) Chatbot Grok leitet die EU-Kommission ein Verfahren gegen den US-Konzern X ein. Die Brüsseler Behörde verdächtigt das Unternehmen des Tech-Milliardärs laut Mitteilung, die Risiken bei der Einführung seiner Künstlichen Intelligenz auf der Online-Plattform nicht richtig bewertet und reduziert zu haben.

Immer wieder stand die KI "Grok" des Tech-Milliardärs Elon Musk (54) in der Kritik. Nach dem vergangenen Skandal um sexualisierte KI-Bilder leitet die EU-Kommission jetzt ein Verfahren gegen das Unternehmen ein.  © Markus Schreiber/AP/dpa

X war in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten, weil zunächst alle Nutzerinnen und Nutzer den KI-Chatbot Grok auffordern konnten, gepostete Bilder zu sexualisieren. Immer wieder befahlen Menschen der KI etwa, Fotos zu manipulieren und Frauen in Bikinis zu kleiden.

An Silvester entschuldigte sich Grok dafür, ein Bild von zwei Mädchen im Teenager-Alter "in sexualisierten Outfits" erstellt und geteilt zu haben. Bei der Untersuchung geht es laut EU-Kommission daher auch um Bilder, die als Kindesmissbrauch gelten könnten. Im Sommer hatte Grok bereits mit Lobpreisungen für Adolf Hitler schockiert.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) teilte mit, die EU werde die Verantwortung für Konsens und Kinderschutz nicht an Tech-Unternehmen abgeben. "In Europa werden wir unvorstellbares Verhalten wie das digitale Entkleiden von Frauen und Kindern nicht tolerieren", fügte die deutsche Politikerin hinzu.

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Nach der Deeskalation im Grönland-Konflikt nimmt die Brüsseler Behörde mit diesem Schritt das Risiko in Kauf, die US-Regierung von Donald Trump (79) erneut zu verärgern.

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Für die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) ist klar: die EU kann und darf die Verantwortung für Kinderschutz und Konsens nicht an irgendwelche Tech-Unternehmen abgeben.  © Omar Havana/AP/dpa

Gegen Musks Online-Plattform laufen auf Grundlage europäischer Digitalgesetze ohnehin bereits mehrere Untersuchungen - etwa wegen der Moderation und des Risikomanagements illegaler Inhalte. Erst Anfang Dezember hatte die EU gegen X eine Strafe von 120 Millionen Euro wegen Transparenzmängeln verhängt.

Washington reagierte damals scharf, sprach von Zensur und verhängte Einreiseverbote gegen einen der Architekten der Digitalgesetze sowie andere Europäer. Die heftige Reaktion konnte auch als Drohung in Richtung Brüssel verstanden werden, keine weiteren Maßnahmen gegen die US-Tech-Riesen zu ergreifen. Elon Musk selbst sprach sich dafür aus, die EU abzuschaffen.

Das nun eröffnete Verfahren konzentriert sich laut Mitteilung darauf, ob X das Risiko für "geschlechtsspezifische Gewalt und schwerwiegende negative Folgen für das körperliche und geistige Wohlbefinden" genügend eingeschränkt hat.

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Die Internetwächter in Brüssel kündigten neben der neuen Ermittlung zudem an, eine seit Ende 2023 laufende Untersuchung zu erweitern.

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