London - Als die ersten Cast-Mitglieder der neuen "Harry Potter"-Serie bekannt gegeben wurden, gab es nicht nur Jubel unter den Fans - sofort erfolgte ein rassistischer Aufschrei. Paapa Essiedu (35) wurde zum Nachfolger des legendären Alan Rickman (†69) erkoren, soll für rund zehn Jahre in die Rolle von Professor Snape schlüpfen. Nun berichtete der Schauspieler, mit was für niederträchtigen Beleidigungen oder gar Drohungen er sich seitdem rumschlagen muss.
Nur 16 Jahre nachdem der achte und letzte Teil der super-populären Filmreihe in den Kinos lief, wird im kommenden Jahr die neue "Harry Potter"-Serie, die denselben Stoff wie die Filme sowie die Bücher abhandelt - Premiere feiern.
Dennoch scheinen viele vermeintliche Fans nicht dafür bereit zu sein, dass es Änderung geben wird. Insbesondere die neue Besetzung des Severus Snape stieß unzähligen Usern im Netz äußerst übel auf. Der Grund dafür? Blanker Rassismus!
"Mir wurde gesagt: 'Hör auf, oder ich bringe dich um'", berichtete Essiedu nun gegenüber der Times. "Die Realität ist, dass ich, wenn ich mir Instagram ansehe, jemanden sagen sehe: 'Ich komme zu dir nach Hause und töte dich.'"
Der "Gangs of London"- und "The Lazarus Project"-Star hofft und glaubt, dass es dazu nicht kommen wird. Dennoch betonte der 35-Jährige: "Niemand sollte bei der Ausübung seiner Arbeit mit so etwas konfrontiert werden."
Snape-Darsteller Paapa Essiedu: "Das ist die Motivation, sich nicht einschüchtern zu lassen"
"Viele Menschen setzen bei ihrer Arbeit ihr Leben aufs Spiel. Ich spiele einen Zauberer in 'Harry Potter'", unterstrich Essiedu die Absurdität der eskalierten Aufregung.
In den Augen einiger vernünftigerer, aber dennoch unzufriedener Fans ist der Brite schlicht etwas zu jung und womöglich zu gutaussehend für die Snape-Rolle. Das Gros der negativen Kommentare ist aber eindeutig auf Essiedus Hautfarbe zurückzuführen. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich emotional nicht berührt."
Dennoch bleibt er seiner neuen Aufgabe aus einem ganz bestimmten Grund treu: "Ich würde mir vorstellen, mich auf einem Besen in Hogwarts zu sehen - und die Idee, dass ein Kind [mit dunkler Hautfarbe, Anm. d. Red.] sich in dieser Welt repräsentiert sehen kann? Das ist die Motivation, sich nicht von jemandem einschüchtern zu lassen, der sagt, dass er lieber sehen würde, dass ich sterbe, als dass ich eine Arbeit leiste, auf die ich wirklich stolz sein werde."