Jahrelang missbraucht, dann ließ sie die Täterin töten: Gypsy-Rose lacht über Mord an ihrer Mutter
Springfield (Missouri/USA) - Gypsy-Rose Blanchard (34) setzte sich am Samstag mit der Influencerin Natalie Reynolds vor die Kamera und nahm ein kurzes Video für TikTok auf. Und dieses sorgte online für eine Menge Aufruhr.
Dafür bedienten sich die Freundinnen nämlich eines beliebten Trends namens "We listen and we don't judge". Zu Deutsch: Wir hören zu und wir verurteilen nicht. Dabei werden Geschichten, absurde Angewohnheiten oder Wünsche geteilt, ohne, dass der Gegenüber darüber urteilen darf.
Eigentlich ganz einfach. Was Blanchard dann jedoch auftischte, machte den ein oder anderen Nutzer sprachlos.
"Ich musste für achteinhalb Jahre ins Gefängnis, weil ich meine Mutter", begann die 34-Jährige, bevor sie ein würgendes Geräusch machte und ihre Arme vor dem Körper verschränkte. Eine eindeutige Anspielung darauf, dass sie 2016 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nachdem ihre Mutter, Dee Dee Blanchard, umgebracht worden war.
Während Reynolds sie - gespielt - schockiert ansieht, zuckt Blanchard in dem Clip lediglich mit den Schultern: "Hey, wir hören zu und wir verurteilen nicht", erinnerte sie noch einmal, bevor die beiden Frauen kichernd über andere Themen zu sprechen beginnen.
Auf der Social-Media-Plattform sorgte der kurze Clip für gemischte Reaktionen. Während viele Nutzer darüber schmunzeln konnten, schüttelten andere nur den Kopf: "Daran ist nichts lustig", schrieb einer von ihnen. Ein anderer: "Warum teilt man so was im Internet?"
Auf TikTok lachte Gypsy-Rose Blanchard über den Tod ihrer Mutter
Gypsy-Rose Blanchard wurde jahrelang missbraucht
Der Fall rund um Gypsy-Rose Blanchard ist tatsächlich alles andere als witzig. So litt Clauddine "Dee Dee" Blanchard am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom und überzeugte sowohl das Mädchen als auch lauter Ärzte und die Öffentlichkeit davon, dass ihre Tochter schwer krank war.
Immer wieder schleppte sie das Kind von einem Arzt zum anderen, verabreichte ihm über Jahre hinweg die verschiedensten Medikamente.
Als die junge Frau älter wurde, bemerkte sie, dass sie eigentlich kerngesund war - und sie lediglich durch das Handeln ihrer Mutter immer kränker wurde. Gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Nicholas Paul Godejohn schmiedete sie also einen Plan: Godejohn sollte Dee Dee umbringen - und genau das tat er 2015 dann auch.
Blanchard wurde daraufhin wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, wurde im Dezember 2023 auf Bewährung freigelassen. Bis heute sorgt ihr Fall für die verschiedensten Meinungen: Während viele Menschen die Tat schwerstens verurteilen, sind sich andere sicher, dass dies Blanchards einzige Möglichkeit war, sich aus den Fängen ihrer Mutter zu befreien.
Titelfoto: JAMIE MCCARTHY / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

