Berlin - Friedrich Mücke (44) und Anja Knauer (46) sind ab Donnerstag im Film "Extrawurst" zu sehen. Im Interview mit TAG24 sprechen sie über den Umgang mit kontroversen Meinungen sowie über Themen, zu denen sie klar Stellung beziehen.
"Diese Lust und das Interesse daran, den anderen zu verstehen oder sogar die eigene Meinung im Zweifel auch noch mal zu hinterfragen, die geht zunehmend verloren", meint Anja Knauer.
Friedrich Mücke glaubt wiederum, dass sich unsere großen Weltbilder gar nicht so stark unterscheiden. Doch durch Social Media und der dazugehörigen Anonymität gehe etwas Entscheidendes verloren: "Ich sehe mein Gegenüber nicht mehr wirklich und er sieht mich auch nicht. Verletzen wird einfacher, Konsequenzen verschwinden", so der 44-Jährige.
Zudem sorge eine unsichere weltpolitische Lage dafür, dass aus kleinen Differenzen etwas Großes und manchmal auch Gefährliches wird.
"Ich glaube, es geht am Ende darum, unterschiedliche Meinungen auch mal stehen zu lassen, auszuhalten, aber gemeinsam. Also, es gibt nicht für alles eine Lösung und eine Wahrheit", erklärt Knauer daraufhin.
Im Film "Extrawurst" sieht der Zuschauer, wie eine harmlose Grill-Abstimmung in einem Tennisclub zu einem hitzigen Streit über Kultur und Religion eskaliert.
Dabei zeigt die Komödie auf satirische Weise, wie aus einem banalen Alltagskonflikt tiefere Vorurteile und Spannungen zwischen unterschiedlichen Gruppen sichtbar werden.
Friedrich Mücke und Anja Knauer über Neugier, Zurückhaltung und klare Haltung
Anja Knauer treffe in ihrem Alltag nicht viele Menschen, die andere Meinungen als sie vertreten. "Aber wenn, dann finde ich das erst mal interessant. Natürlich finde ich es auch schwierig auszuhalten, wenn das dann mit so einer gewissen Aggression einhergeht und in einem Monolog auf einen niederprasselt", erzählt sie.
Auch Friedrich Mücke passiere das nicht oft. "Am Filmset kommen zwar viele unterschiedliche Menschen zusammen, aber oft aus einem ähnlichen Umfeld. Außerdem ist das Set kein Ort für große politische Debatten", so der Schauspieler.
Dennoch interessiere er sich für viele innen- wie außenpolitische Themen. Vor allem Themen, die etwas mit Freiheit, Selbstbestimmung und dem Recht zu tun haben, so zu leben, wie man ist. "Wenn Menschen sich nicht öffnen können, weil sie Angst haben müssen, oder wenn Lebensentwürfe wieder infrage gestellt werden, macht mich das wütend. Dafür stehe ich ein, ganz klar", berichtet der TV-Star.
"Man weiß gar nicht, wo man sich jetzt alles engagieren soll, um noch glaubwürdig zu bleiben", meint Knauer. Ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt, sei der Klimawandel. "Da fällt auch mir das Zuhören tatsächlich sehr schwer und ich komme schnell in den Sendemodus", so die 46-Jährige.
Wer erfahren möchte, wie die hitzige Diskussion unter den Vereinsmitgliedern endet, kann "Extrawurst" ab dem 15. Januar bundesweit im Kino sehen.