Frank Schöbel reagiert auf Kritik an seinem DDR-Lied: "Da sind wir einfach feiner"
Berlin - Schlagersänger Frank Schöbel (83, "Wie ein Stern") hat die Bedeutung persönlicher Erinnerungen an das Leben in der DDR verteidigt.
Anlass ist sein neues Lied "Im Osten geht die Sonne auf", in dem er Alltagserlebnisse aus der DDR aufgreift.
Schöbel weist Vorwürfe zurück, damit werde der SED-Staat verharmlost. "Uns wird oft von westlicher Seite Nostalgie vorgeworfen. Sehnsüchtiges Verlangen nach einer vergangenen Zeit. Das ist mit diesem Song überhaupt nicht gemeint", sagte der 83-Jährige dem "Berliner Kurier".
Es gehe vielmehr um persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, "die uns in unserem Leben begleitet haben", erklärte der Sohn einer Opernsängerin aus Leipzig. "Und das lassen wir uns von keinem nehmen. Ich habe noch nie gehört, dass wir dem Westen bestimmte Dinge ihres Lebens vorwerfen. Da sind wir einfach feiner."
In seinem Lied erinnert Schöbel unter anderem an Dinge aus dem DDR-Alltag. Es geht darum, den Menschen im Osten mit Respekt zu begegnen und ihre Biografien sowie ihre Lebensleistungen anzuerkennen wie es auch im Westen der Fall ist, statt diese schlecht zu reden.
Frank Schöbel spricht Klartext
Um eine politische Bewertung der damaligen Situation in dem Song gehe es hingegen nicht, hob der Komponist hervor.
"Wir haben auch gelebt und lassen uns unsere positiven Erinnerungen von keinem nehmen. Damit das klar ist!", machte der vierfache Vater und Opa von drei Enkeln im Interview deutlich.
Der Sänger reagiert damit auf die Debatte um den Umgang mit DDR-Erinnerungen. Kritiker warnen davor, dass positive Darstellungen des DDR-Alltags die schwierigen Seiten des Systems ausblenden könnten. Schöbel unterstreicht dagegen die Anerkennung persönlicher Biografien und Erfahrungen.
Die "Frank Schöbel Story" läuft seit 2020 mit einer pandemiebedingten Pause erfolgreich am Boulevardtheater Dresden. Im September 2026 gastiert das Stück erstmals in Berlin und ist vom 18. bis 20. September im Freizeitforum Marzahn zu sehen.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

