Unterföhring/Köln - "Niederlagen sind nicht im Programm bei mir", gab sich Modemacher Harald Glööckler (60) zu Beginn von "Schlag den Star" am Samstagabend bei ProSieben kämpferisch. Er wollte sich bei der Live-Sendung, die über dreieinhalb Stunden netto dauern sollte, gegen Ex-Fußballprofi Thorsten Legat (57) durchsetzen.
Als Moderator Matthias Opdenhövel (55) daraufhin sagte, dass der pompöse Designer mit dieser Kampfansage eine "dicke Lippe" riskieren würde, konterte dieser selbstironisch: "Was heißt hier 'dicke Lippe'? Ich hab' eine dicke Lippe."
Damit setzte er auch gleich den Stimmungs-Maßstab: Wettbewerbsmodus, aber mit guter Laune.
Hier muss man aber genau die negative Kritik ansetzen. Gute Laune war – im Rahmen der Möglichkeiten – kein Problemfaktor. Moderator "Opdi" tat alles, was in seiner Macht stand, um die Live-Show in einen sicheren Unterhaltungshafen zu manövrieren.
Die Paarung an und für sich wurde bereits im Vorfeld von vielen Fans – zahlreiche Reaktionen auf Social Media belegen das – infrage gestellt.
Auf der einen Seite: ein Ex-Athlet, der mit 57 einen so durchtrainierten Körper hat, dass er sofort in jeder Dark-Romance-Verfilmung die Hauptrolle spielen könnte.
Auf der anderen Seite Harald Glööckler. Ein Wettkampfmodus, bei dem man nicht einmal eine Teilnehmerurkunde bekommen sollte – anfangs.
Aufbäumen des Modemachers war deutlich zu spät
Er wirkte lustlos, zeigte so gut wie nichts von seiner sonst übersprudelnden Energie und man hatte den Eindruck, er wäre nur mal eben vorbeigekommen, weil nichts Gutes im Fernsehen lief.
Und man musste befürchten, dass er bei dieser Sendung seinen Teil dazu beitragen wolle, dass das auch so bleibt. Doch dann sollte es anders kommen.
Erst die Achte von insgesamt 15 möglichen Spielrunden konnte der 60-Jährige für sich entscheiden. Es war ein Suchbild-Spiel, bei dem man Fehler entdecken musste.
Zu diesem Zeitpunkt lag Legat bereits mit 28:0 vorne. Aber: Die Punkte wurden ja pro Spiel höher. Also war noch alles offen.
Und auch Format-Erfinder Stefan Raab hatte seinerzeit einst einen olympischen Judo-Goldmedaillengewinner schlagen können. Warum sollte also Glööckler nicht auch noch überraschen können?
Hoffte man zumindest. Und es sollte tatsächlich spannend werden – was schon fast die größte Überraschung des Abends war. Nach zehn Spielen war der Modedesigner plötzlich nur noch einen Punkt (27:28) im Rückstand. Und dann ging es hin und her.
Die Entscheidung fiel erst beim Golfspiel im vorletzten Wettkampf. Da sicherte sich Thorsten Legat erst die Punkte – die ihn uneinholbar machten – und damit vor den Augen von 4,57 Millionen Zuschauern völlig verdient die 100.000 Euro Preisgeld.