Heino Ferch rechnet mit der Politik ab: "Die Welt wird von ganz wenigen Machthabern regiert"
Berlin - Heino Ferch (61) sorgt mit deutlichen Worten für Aufsehen: In Bezug auf seinen neuen Film "Manipulation" sprach der Schauspieler nicht nur über Verschwörungstheorien und Machtstrukturen, sondern auch über seine Zeit in Berlin.
In seinem neuen Thriller "Manipulation" (seit 11. Juni im Kino) verkörpert Ferch einen Priester. Das Thema: Verschwörungstheorien, Einflussnahme und die Frage, wem man heute überhaupt noch glauben kann.
Privat bezeichnet sich der 61-Jährige nicht als besonders religiös. Zur Kirche habe er eine gewisse Distanz. Doch gleichzeitig faszinieren ihn die Rituale und Traditionen. "Die Kirche feiert große Feste, und ich sitze auch am Fernseher, wenn ein neuer Papst gewählt wird. Solche Rituale haben eine Größe und etwas Erhabenes", erklärte er gegenüber der B.Z.
Für viele Menschen sei die Kirche ein wichtiger Halt, sagte Ferch weiter. Gleichzeitig gebe es dort auch Schattenseiten. Themen wie Machterhalt und Geheimhaltung stehe er skeptisch gegenüber.
Allerdings blicke er viel kritischer auf die aktuelle politische Entwicklung. "Wir sind momentan in einer Zeit, die verrückter kaum sein kann. Du weißt letztlich von keinem Satz, von keinem Bild, ob sie echt sind", betont der TV-Star.
Seine Diagnose: "Die Welt wird von ganz wenigen Machthabern regiert."
Heino Ferch über Manipulation und seine Liebe zu Berlin
Von Verschwörungserzählungen sei er ebenso nicht fasziniert. Dennoch halte er es für möglich, dass es Manipulationen im großen Stil gebe. "Wir sollten die Dinge nicht einfach so nehmen, wie sie uns präsentiert werden, sondern sie hinterfragen", betonte der Schauspieler.
Eine besondere Verbindung hat Ferch bis heute zu Berlin. Von 1987 bis 2003 lebte er in der Hauptstadt und erlebte dort auch den Fall der Berliner Mauer.
Auch heute zieht es ihn regelmäßig zurück in die Hauptstadt. Seine Tochter lebt dort, außerdem steht er dort immer wieder für Dreharbeiten vor der Kamera.
Besonders die Berlinale genieße er. "Es gibt nur wenige Städte auf der Welt, die eine so große Historie haben", sagte der 61-Jährige.
Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

