Darmstadt - "Mein Lächeln kann mir niemand nehmen. Ich bin auf dem Weg der Heilung und stecke mitten im Prozess. Und ihr wisst nicht, wie schwer und lang dieser Weg wirklich ist" - mit diesen Worten beginnt ein längerer Text, in dem Influencerin Michelle Schellhaas (30, "Der Bachelor" und "Bachelor in Paradise") über ihre Gewalt-Erfahrungen in einer toxischen Beziehung berichtet.
Zusammen mit dem Text veröffentlichte die 30-Jährige am Karfreitag mehrere Fotos, auf denen sie diverse Verletzungen dokumentiert, welche sie erlitten hat. Das erste Foto zeigt Michelle mit einem blauen Auge.
"Ich habe Gewalt erlebt. Und trotzdem bin ich geblieben", heißt es weiter in dem Instagram-Beitrag. "Nicht, weil es okay war, sondern weil ich mir lange nicht eingestehen wollte, was ich erlebt habe. Weil ich Angst hatte. Weil ich dachte, ich schaffe das nicht alleine. Und weil man sich manchmal die Wahrheit selbst am längsten nicht eingestehen will."
Sie habe sowohl physische als auch psychische Erfahrungen machen müssen, welche sie "komplett kaputt gemacht haben", bekennt die Mutter einer fünfjährigen Tochter.
Sie ergänzt: "Ich habe mich klein gemacht gefühlt. Ich habe mich verdreht gefühlt. Ich habe mich manipuliert gefühlt."
Michelle Schellhaas: "Du bist nicht schuld. Nicht, weil du geblieben bist. Nicht weil du gehofft hast."
Trotz der Gewalttaten gegen sie habe sie es lange nicht geschafft, sich zu trennen, weil sie "emotional abhängig" gewesen sei.
"Heute verstehe ich nach und nach besser, was das mit mir gemacht hat, auch wenn ich noch mitten im Prozess stecke. Solche Dynamiken gehen oft tiefer und hängen auch mit der eigenen Geschichte zusammen", erklärt Schellhaas.
Der aktuelle Fall um den Missbrauch an Collien Fernandes (44) habe sie nun dazu bewogen, mit ihren eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen: "Ich will laut sein. Ich will keinen Täter schützen. Ich will für mich sprechen und anderen zeigen, dass sie nicht alleine damit sind."
Zugleich wendet sich Michelle an andere Frauen, die Gewalt-Erfahrungen in Beziehungen machen mussten: "Du bist nicht schuld. Nicht, weil Du geblieben bist. Nicht, weil Du gehofft hast. Nicht, weil Du geliebt hast."
Sie rät den betroffenen Frauen, sich Hilfe zu holen und nennt explizit das bundesweit aktive Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen", welches unter der Nummer 116016 erreichbar ist.