Für dieses Verhalten kritisiert Senderchef Jan Böhmermann: "Zu fanatisch"
Mainz - ZDF-Intendant Norbert Himmler (55) weht teilweise ein heftiger Wind entgegen. Das Zweite Deutsche Fernsehen sieht sich Kritik ausgesetzt, was auch an streitbaren Personalien wie Jan Böhmermann (45) liegt. Der 55-Jährige bezieht im Interview mit Zeit Stellung, auch zum Ende vom ZDF Magazin Royale.
Zwar will Himmler nicht von einer "Feindseligkeit" sprechen, die gegenüber dem TV-Sender herrsche, "Skepsis" und je weiter man sich nach rechts bewege, auch "Ablehnung" könne er jedoch deutlich spüren.
Neben dem Vorwurf mangelnder Ausgewogenheit bei der Berichterstattung seien auch bestimmte Personen wie Jan Böhmermann ein Reizthema.
Einen Fehler Böhmermanns benennt der Senderchef auch offen: "Sich auf einen Bienenzüchter zu stürzen, ihn quasi zum Hauptgegenstand einer Sendung zu machen – das halte ich für unverhältnismäßig. Satire sollte sich mit denen beschäftigen, die Verantwortung haben, früher hätte man gesagt: mit den Mächtigen. Oder Missstände aufdecken."
Der Satiriker hatte sich am Meißner Imker Rico Heinzig abgearbeitet.
Im Streitfall um den "Beewashing"-Honig wies jedoch das Oberlandesgericht Dresden die Berufung Böhmermanns zurück.
Norbert Himmler weinte, als er vom Aus für "ZDF Magazin Royale" erfuhr
"Er hat grandiose Sendungen geliefert, die mit dem Grimme- und dem Fernsehpreis dekoriert wurden. Das hat sich jetzt abgeschliffen und ist vielleicht am Ende zu fanatisch geworden", schätzt Himmler das langjährige ZDF-Zugpferd realistisch ein.
Natürlich hätte er bemerkt, was die Show "im Guten wie im Schlechten ausgelöst" habe.
Außerdem soll Himmler geweint haben, als er vom Ende des "ZDF Magazins Royal" zum Jahresende erfahren habe.
"Ja, ich stelle mir heute noch die Frage, ob das Erleichterungs- und Freudentränen waren – oder Tränen der Trauer", so der Intendant lachend gegenüber der Zeit.
Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa, Soeren Stache/dpa

