Jeder kennt ihn: Die legendäre Stimme von Michael Douglas wird heute 85

Von Gunther Matejka

Leipzig/München - Fast jeder in Deutschland kennt diese Stimme. Seit rund 50 Jahren ist Volker Brandt Synchronsprecher von Hollywood-Star Michael Douglas. "Eine der dauerhaftesten Synchron-Partnerschaften überhaupt", wie Brandts Agentur zu Recht wirbt.

Michael Douglas 1992 mit Sharon Stone in Basic Instinct. In der deutschen Synchron-Fassung spricht er mit Brandts Stimme.
Michael Douglas 1992 mit Sharon Stone in Basic Instinct. In der deutschen Synchron-Fassung spricht er mit Brandts Stimme.  © Leonine

Das Gesicht dazu mit dem oft so schalkhaften Lächeln haben deutlich weniger Menschen vor Augen, obwohl der Münchner häufig im Fernsehen zu sehen war: vom "Tatort" über "Ein Fall für zwei" bis zur "Schwarzwaldklinik".

Brandt wird am heutigen Sonntag 85 Jahre alt. Dass die große Geburtstagssause coronabedingt ausfallen muss, kann er leicht verschmerzen: Er will lediglich mit seiner Lebenspartnerin und Kollegin Susanne Meikl (56) feiern. "Ich war nie ein großer Party-Freund - und will es wohl auch mit 85 nicht mehr werden", sagt er.

85 mag ein stolzes Alter sein. Für Volker Brandt ist es indes nur eine weitere Zahl: "Ich fühle mich wie immer", sagt er, "mich plagen keine größeren Zipperlein, wofür ich sehr dankbar bin. Und so gedenke ich die Rolle des Greises in absehbarer Zeit noch nicht anzunehmen."

Der Terminkalender des gebürtigen Leipzigers ist gut gefüllt: Neben einer "ganzen Menge Hörspielaufnahmen", stünden im nächsten Jahr die Tournee des Theaterstücks "Der muss es sein" sowie - demnächst - die Synchronisation der dritten Staffel der Serie "Die Kominsky-Methode" auf dem Plan. Bei der US-Comedy synchronisiert er Michael Douglas.

"Die Chemie hat zwischen uns von Anfang an gestimmt"

Der Hollywood-Star ist sein treuester Stammkunde. Seit Douglas vor rund 50 Jahren mit dem TV-Hit "Die Straßen von San Francisco" zum Weltstar aufstieg, leiht Brandt ihm seine Stimme. "Die Chemie hat zwischen uns von Anfang an gestimmt", sagt er über Douglas, den er bei verschiedenen Filmpremieren mehrfach persönlich getroffen habe.

Bei einem dieser Treffen habe ihm der Schauspielstar ein nettes Kompliment gemacht: "Er hat mir gesagt, dass meine Stimme seiner Persönlichkeit mehr Charakter verleiht als seine eigene. Hollywood ist eben charmant", so Brandt.

Es dürfte etwas dran sein. Douglas erinnerte sich in einem Interview kürzlich an die Bambi-Verleihung 1976, seinen ersten Preis überhaupt. "Bei der Preisverleihung stand ich auf der Bühne, hielt meine Dankesrede und die Leute tuschelten: Was soll das, wer ist das, warum redet der so komisch? Meine deutsche Synchronstimme war viel tiefer als meine eigene. Und viel besser. Nach diesem kurzen Ausflug nach Deutschland habe ich ein intensives Stimmtraining begonnen und ein ganz neues Auftreten bekommen."

Kinder kennen ihn aus Hörspielen wie "TKKG" und "Die drei ???"

Der soll 85 sein? Ja, wirklich. Volker Brandt im Januar in München.
Der soll 85 sein? Ja, wirklich. Volker Brandt im Januar in München.  © Ursula Düren/dpa

Seine eigene Schauspielkarriere begann Brandt an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule, ein erstes Engagement führte ihn ans Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg zu Gustaf Gründgens. Sechs Jahre blieb er in Hamburg, bevor es ihn in den 60er Jahren nach Frankfurt und 1970 ans Schillertheater in Berlin zog.

Seit den 80er Jahren arbeitet Brandt als freischaffender Künstler. Zum Fernsehstar wurde er als Dr. Schübel in der "Schwarzwaldklinik" (1986-1988) und als Berliner "Tatort"-Kommissar Friedrich Walther (1981-1985).

Brandt ist auch bei Kindern und Jugendlichen bekannt. Der Grund: Seine Sprecherrollen bei vielen Hörspielen - unter denen sich Kinderzimmer-Hits wie "Die drei ???", "Perry Rhodan" und "TKKG" finden.

Ein Rezept, um selbst jung zu bleiben? "Es macht ja schon Freude, den eigenen Enkeln Märchen zu vermitteln. Umso mehr, wenn man seine schauspielerische Kreativität in Hörbüchern einem breiten Publikum lebendig machen kann", meint der vierfache Vater und schickt hinterher: "Ich hoffe, ich werde noch lange dazu in der Lage sein."

Titelfoto: Ursula Düren/dpa

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