Late-Night-Show ohne Gäste? Ex-"Tagesschau"-Sprecher startet Aufruf an Politiker

Hamburg - Damit hatte der Ex-"Tagesschau"-Sprecher Constantin Schreiber (46) nicht gerechnet. Nun ergriff er selbst das Wort: "Ein Aufruf, liebe deutsche Spitzenpolitiker".

Constantin Schreiber (46) findet es schwierig, dass keiner mit ihm über den Islam sprechen will. (Archivbild)  © Christoph Soeder/dpa

Bei den meisten Themen sei es so, dass Politiker sich von selbst melden, um bei Talkshows oder anderen Veranstaltungen dabei zu sein, so der Journalist.

"Aber wenn man, so wie ich jetzt, eine Veranstaltung zum Thema Islam macht, da wird's dann ganz schwierig, da sagt dann nämlich keiner mehr zu", erklärte Schreiber in einem Reel auf Instagram.

Abgesehen vom SPD-Politiker Lars Castellucci (51) habe er bislang keine Zusagen für dieses Thema bei seiner Late-Night-Show bekommen.

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Alle hätten bereits Termine, würden gerne beim nächsten Mal dabei sein oder haben gar nicht erst geantwortet und das ärgert Schreiber.

"Ich finde das schon schwierig, bei so einem wichtigen, sicherlich auch polarisierenden Thema, aber auch bei einem, das so viele Menschen in Deutschland bewegt, nicht präsent zu sein als Politiker, denn darum geht's ja bei Politik", so der Ex-"Tagesschau"-Sprecher.

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Constantin Schreiber will über das komplexe Thema Islam sprechen

Lars Castellucci (51), SPD-Politiker, hat als Einziger für die Late-Night-Show zugesagt. (Archivbild)  © Christoph Soeder/dpa

Bei anderen Themen seiner Late-Night-Show sei es bisher nicht schwer gewesen, Fraktionsvorsitzende, Minister, Ministerinnen oder Parteichefs als Gäste zu gewinnen.

Schreiber nannte auch mögliche Gründe für die Absagen: "Vielleicht liegt es daran, dass solche Abende kein sicheres Terrain sind, sondern schwer berechenbar."

Der Islam sei ein komplexes Thema: Es gehe dabei um Religionsfreiheit, Integration, Identität, Sicherheit und Zugehörigkeit. Außerdem stünden der gesellschaftliche Zusammenhalt, Vertrauen und das Gefühl, gehört zu werden, im Mittelpunkt.

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Diese Zurückhaltung erklärte sich der Moderator so: "Je sensibler ein Thema, desto größer die Zurückhaltung. Und je größer die Zurückhaltung, desto stärker das Gefühl vieler Menschen, dass über sie gesprochen wird - aber nicht mit ihnen."

Deswegen rief er nun einmal ganz persönlich die Politiker aller Parteien in Deutschland auf, sich bei ihm zu melden, wer bei seinem Islam-Abend dabei sein möchte.

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