"Love is Blind"-Teilnehmer Jubriel schockiert: "Schlimmsten Wochen meines Lebens"
Hamburg - Jubriel Hicken (29) galt wohl als der umstrittenste Kandidat bei "Love is Blind: Germany" Staffel 2. Doch niemand ahnte, was nach der Ausstrahlung auf ihn zukam.
Im Interview mit TAG24 erklärte der 29-Jährige, dass er durch das gelegentliche Modeln zwar schon an kleinere Dreharbeiten gewöhnt war. Doch erst durch seine Teilnahme bei "Love is Blind: Germany" tauchte der Hamburger in die Welt des Reality-TVs ein.
Gerade die Zeit in den Pods bleibt für ihn unvergesslich: "Es ist ein sehr überforderndes Gefühl in gewissen Situationen, man ist halt in einer eigenen Welt und alles, was man erlebt, ist viel schneller und intensiver", so der 29-Jährige. Außerdem müsse man vieles mit sich selbst ausmachen, da man von seinem Umfeld getrennt ist.
Eine Szene, die jedem Zuschauer in Erinnerung geblieben sein wird, war die Verlobung zwischen Jubriel und Wandi sowie das anschließende Reveal. Die Verbindung, die zwischen den beiden vorher so stark gewirkt hatte, schien plötzlich dahin. Doch woran lag es?
Jubriel gab zu, dass er sich Wandi in dem Moment anders vorgestellt hatte. Sie wäre nicht sein Typ Frau gewesen, und er war mit der Situation überfordert.
Gleichzeitig jagten ihn Selbstzweifel: "Was ist, wenn sie mich nicht attraktiv findet? Das war eine Angst, die ich öfter geäußert habe, die leider nicht gezeigte wurde", sagte der Hamburger.
Während "Love is Blind": Die Zeit auf Kreta zerstörte ihn
Für ihn waren die Szenen auf Kreta am schlimmsten. Es hätte so ausgesehen, als habe er kein Wort mit Wandi gesprochen und sie einfach ignoriert. Dabei habe Jubriel ihr seine Sorgen ausgeschüttet: "Ich habe ihr gesagt, dass ich mich nicht verliebt habe und dass ich mehr Zeit brauche."
Inzwischen sei ihm bewusst, dass er klarer hätte kommunizieren müssen. Trotzdem gab es seiner Meinung nach viele Gespräche zwischen den beiden, die es nicht in das Format geschafft haben.
Das Paar hätte über Themen wie Sexualität zukünftiger Kinder oder Schwierigkeiten in ihrer Kindheit gesprochen. Außerdem habe Jubriel von seiner Therapie erzählt. "Das sind alles Dinge, die meinen Charakter noch mal ganz anders gezeigt hätten, weil man dann versteht, wie ich als Mensch bin und nicht als was ich gezeigt wurde."
Letztendlich würden andere Leute entscheiden, welche Szenen ausgestrahlt werden. "Vieles an Situationen und Emotionen war anders für mich als dargestellt", erklärte der 29-Jährige. Deswegen ist der Hamburger über seine gezeigten Szenen in dem Format enttäuscht. "Die haben entschieden, wie die Story ihrer Meinung nach die richtige ist." Für ihn steht fest, sie hätten ihn als einen bestimmten Typen darstellen wollen.
Trotzdem gesteht er ein, bei dem Dreh nicht ganz er selbst gewesen zu sein: "Ich habe mich da ein bisschen cooler gegeben, als ich in echt bin, aber ich dachte, ich muss da den coolen Schwarzen im TV präsentieren."
Nach der Ausstrahlung: "Schlimmsten Wochen in meinem Leben"
In den sozialen Medien muss man nicht lange scrollen, um zu sehen, dass der umstrittene Kandidat jede Menge Hasskommentare bekommen hat - doch das war nicht alles. "Die ersten drei bis vier Wochen waren die schlimmsten in meinem Leben, da habe ich alles gelesen, was man sich vorstellen kann, wie man einen Menschen beleidigt", sagte Jubriel.
Von der Farbe seiner Haut, seiner Sexualität bis hin zu Morddrohungen war alles mit dabei. Doch der Hass galt nicht nur Jubriel. Er habe auch Morddrohungen gegen seine Mutter erhalten. "Das war hart, ich habe die Wohnung nicht verlassen und habe tagelang nichts gegessen."
Nach der Ausstrahlung ging er wieder in Therapie und sprach über seine Ängste. Im Nachhinein ist er dankbar für die Hilfe: "Ich hätte sonst in eine Depression fallen können, definitiv."
Er könne verstehen, dass sein gezeigtes Verhalten den Leuten nicht gefallen hat: "Aber ich habe nichts gemacht, was Wandi gegenüber entmenschlichend war, und es rechtfertigt nicht, dass man mir den Tod wünscht."
Sein Wunsch an die Leute da draußen: "Dass Menschen einfach verstehen, dass diese Hassnachrichten, dass hinter all dem, was sie da schreiben, ein echter Mensch steckt."
Titelfoto: Jubriel Hicken

