Als Markus Lanz diese Videoclips einspielen lässt, ist AfD-Mann empört: "Was soll das jetzt?"
Hamburg - Nach dem großen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hatte Markus Lanz (57) am Dienstagabend mit Bernd Baumann (68, AfD) einen Vertreter der Bundespartei zu Gast. Ihn konfrontierte er mit widersprüchlichen Aussagen zwischen Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35, AfD) und der Parteiführung.
So ließ der Moderator verschiedene Interview-Clips vom Wahlabend und dem Tag danach einspielen, die eine starke Diskrepanz deutlich werden ließen.
Während Siegmund erklärte, keine Minderheitsregierung führen zu wollen und sich nicht für "irgendwelche Machtoptionen" zu verbiegen, sagte AfD-Chef Tino Chrupalla (51), dass eine Minderheitsregierung durchaus möglich sei und auch Kompromisse erforderlich sein könnten.
"Was soll das jetzt?", reagierte Baumann empört, als die Regie von dem Zusammenschnitt wieder zurück ins Studio ging. "Sie haben zwei verschiedene Politiker zur Einschätzung der Lage. In 99 Prozent stimmen die vollkommen überein."
Lanz stellte daraufhin klar: "Wenn man sich vorher so kompromisslos gibt und sich dann jetzt hier hinsetzt und sagt, gar nicht zu verstehen, was ich meine, dann ist das schwierig." Die AfD in Sachsen-Anhalt habe schließlich vor der Wahl ein Versprechen abgegeben, dass sie nur mit absoluter Mehrheit regiere.
AfD-Politiker Bernd Baumann wirft Moderator konstruierten Widerspruch vor
Zur Problematik "Vorher etwas versprechen und nachher etwas anderes tun" hatte Markus Lanz weitere Beispiele parat.
So bekamen Zuschauer einen Interview-Ausschnitt vom ZDF-Morgenmagazin zu sehen, wo Siegmund vor der Wahl eindeutig betonte, dass er Sachsen-Anhalt nur alleine "retten" könne. "Deshalb die absolute Mehrheit", sagte er siegessicher.
Nach der Entscheidung und dem Verpassen der absoluten Mehrheit klang der AfD-Spitzenkandidat plötzlich ganz anders: "Wenn alles so läuft, wie wir es aktuell geplant haben, gibt es ein Format der Stabilität [...]."
Wieder versuchte der anwesende Politiker, das Gezeigte herunterzuspielen: "Den Widerspruch, den Sie konstruieren, den gibt's überhaupt nicht", so der heftige Vorwurf des 68-Jährigen. Direkt musste Lanz entgegnen: "Herr Baumann, bitte! Sie sind gerade auf dem Weg, eines Ihrer zentralen Wahlversprechen zu brechen. Das ist der Punkt. Und deshalb reagieren Sie auch so darauf."
Die komplette, rund 78-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: Montage: ZDF/Cornelia Lehmann (2)

