Als Markus Lanz nach Stimmung im Land fragt, fallen Gast nur zwei Worte ein

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Hamburg - Bittere Einschätzung im ZDF! Am Donnerstagabend stand die deutsche Innenpolitik – insbesondere die Arbeit der Bundesregierung – im Fokus von Markus Lanz (57). Dabei wollte der Moderator mit seiner Runde vor allem die Gefühlslage der Wähler im Land betrachten.

Markus Lanz (57, l.) kam am Donnerstagabend mit der studierten Juristin Juli Zeh (51) ins Gespräch.
Markus Lanz (57, l.) kam am Donnerstagabend mit der studierten Juristin Juli Zeh (51) ins Gespräch.  © ZDF/Cornelia Lehmann

"Wie würden Sie in drei Sätzen die politische Stimmung im Moment in Deutschland beschreiben?", fragte Lanz die anwesende Schriftstellerin Juli Zeh (51), die etwas überrumpelt erwiderte: "Drei Sätze?"

Ad hoc fielen ihr nämlich eigentlich nur die zwei Worte "Alles Scheiße" zur Beschreibung der aktuellen Situation ein, woraufhin der Gastgeber direkt nachhaken musste: "Alles Scheiße? Woran machen Sie das fest?"

Darauf Zeh: "Eigentlich so an dem, was ich auf den Straßen, an den Zäunen und zum Teil auch in den Zügen und Städten höre. [...] Vielleicht liege ich komplett falsch, aber meine Wahrnehmung ist, dass es auch von den gemäßigt wählenden Bürgern nicht mehr viele gibt, die gerade wirklich das Gefühl haben, dass hier für eine gut gestaltete Zukunft gesorgt wird."

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Lanz war für einen kurzen Moment sprachlos: "Wow!", kam nur über seine Lippen, bevor er feststellen musste: "Das ist ja ein sehr guter Start für die Sendung." Nach einem Lachen im Studio betonte die Autorin jedoch: "Ich will jetzt nicht die Apokalypse ausrufen."

Schriftstellerin Juli Zeh über Verhalten der Wähler: "Kann verstehen, wenn die Leute abwinken"

Die Autorin übte Kritik am Regierungschef.
Die Autorin übte Kritik am Regierungschef.  © ZDF/Cornelia Lehmann

Im weiteren Verlauf der Sendung erklärte Juli Zeh zu den Gründen für die Unzufriedenheit: "Es gibt wirklich ganz konkrete Erwartungshaltungen, was den Leuten fehlt – abgesehen von der Kontrolle über Migration und Einwanderung. Dazu gehört das Schulsystem. Das ist eine verheerende Misere."

Lanz warf bestätigend ein: "Eine stille Katastrophe", so seine Warnung.

Zeh kritisierte im Gespräch auch direkt das Auftreten des Bundeskanzlers, der erst am Dienstag beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum verkündet hatte, dass es keinen "großen Befreiungsschlag" geben werde. "Wenn er dann so etwas sagt, anstatt wirklich zu adressieren, worum es geht, dann kann ich auch verstehen, wenn die Leute abwinken."

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Die komplette, rund 77-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

Titelfoto: ZDF/Cornelia Lehmann

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