Hamburg - "Links diskutiert mit Links", hatte Markus Lanz (56) am Mittwochabend seine Sendung überschrieben. Darin begrüßte er dieses Mal nur zwei Gäste - die Linken-Chefin Ines Schwerdtner (36) und den Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (51, SPD). Letzterer machte den Moderator mit einer enormen Geldsumme neugierig.
So berichtete der Politiker von dem Kernproblem, dass noch immer über 40.000 Menschen in öffentlichen Einrichtungen der Hansestadt leben würden, weil es einen angespannten Wohnungsmarkt gebe.
"Es wird zwar mehr abgeschoben - das ist zum Gesetzesvollzug auch notwendig. Es kommen auch weniger [...]. Aber Fakt ist, dass in den Städten, wo der Wohnungsmarkt-Druck so groß ist, noch ganz viele in öffentlich-rechtlicher Unterbringung sind. Deswegen ist es nochmals schlimmer, dass der Bund uns hier mit den Kostenfolgen zunehmend alleine lässt", beklagt Dressel.
Der Gastgeber hakte nach: "Wie viel geben Sie als Stadtstaat dafür aus?" Sein Gegenüber: "Ein hoher dreistelliger Millionenbetrag." Gleichzeitig müssten 30 Millionen Euro an Hotelkosten gezahlt werden. "Nichts ist so teuer wie Hotelunterbringung."
Lanz konnte es nicht fassen: "Sie haben 30 Millionen für Hotelunterbringung gezahlt? Wer wohnt da?", fragte er völlig erstaunt, woraufhin Dressel sagte: "Auch Flüchtlinge." Er ergänzte: "Unser Ziel ist natürlich, dass wir Hotelunterbringungen auch reduzieren können."
Ines Schwerdtner kontert Finanzsenator: "Haben Mietern mehr geholfen, als die SPD"
Ines Schwerdtner erklärte zur Thematik, dass es mehr bezahlbaren Wohnraum für alle brauche. "Es ist ein bundesweites Problem. Und die Sozialbindung fällt sogar", erklärte die Bundestagsabgeordnete, die sich für einen deutschlandweiten Mietendeckel ausspricht.
Dressels Standpunkt: "Wir brauchen Rahmenbedingungen, dass Wohnungsbau stattfinden kann und wir haben in Hamburg jetzt gerade ein Bündnis mit der Wohnungswirtschaft geschlossen, weil wir gesagt haben, es kann nicht alleine der Staat machen."
Ergänzend fügte der 51-Jährige hinzu: "Da sind jetzt die Konzepte der Linkspartei jedenfalls keine, die uns in Hamburg überzeugen." Schwerdtner konterte: "Wir haben den Mietern mehr geholfen, als die SPD in den letzten Jahren durch kostenlose Heizkosten-Checks [...]." Dressel konterte: "Das glaube ich jetzt nicht."
Die komplette, rund 44-minütige Folge mit allen Aussagen und Meinungen kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.