"Bin richtig zusammengezuckt": Dieser Satz von Kanzler Merz lässt Markus Lanz zweifeln
Hamburg/Berlin - Es war scharfe Kritik, die Friedrich Merz (70, CDU) während der vergangenen Unions-Fraktionssitzung an den Sozialdemokraten geübt hat. Der Kanzler warf dem Koalitionspartner vor, das Infrastrukturzukunftsgesetz zur Beschleunigung großer Bauvorhaben zu blockieren. Dabei fiel eine Äußerung, die Markus Lanz (57) in seiner Sendung vom Mittwochabend unbedingt thematisieren musste.
"Ich bin gestern richtig zusammengezuckt. Da wurde ein Satz des Kanzlers öffentlich, dass er die Geduld mit der SPD verloren habe. [...] Ich frage mal Frau Schwerdtner: Ist das klug, sich so einzulassen, wenn man gerade versucht, den ganzen Laden zusammenzubringen?", waren Zweifel beim Moderator herauszuhören.
Darauf erklärte die anwesende Linken-Chefin: "Ich habe auch die Geduld verloren und ich glaube auch viele Millionen Bürgerinnen in diesem Land. [...] Aber ich finde, die Bundesregierung hat eben die Verantwortung, sich zusammenzureißen. Die hätten schon lange etwas tun müssen. [...]"
Die Politikerin erinnerte daran, dass der Tankrabatt zum Monatsende ausläuft. "Es gibt keinen Ersatz dafür. Die Entlastungsprämie ist im Bundesrat krachend gescheitert. [...]" Lanz hakte nach: "Sie würden den Tankrabatt weitermachen?"
Ines Schwerdtner betonte, dass die enormen, krisenbedingten Übergewinne der Mineralölkonzerne abgeschöpft werden und den Verbrauchern zugutekommen müssten. "Das grenzt doch wirklich an Verantwortungslosigkeit, dass man das nicht macht", beklagte die 36-Jährige.
CSU-Mann Markus Blume über Zeit nach Tankrabatt: "Werden die Situation sehr genau anschauen"
Markus Lanz wollte im weiteren Verlauf der Sendung an die Linken-Forderung nach einer Übergewinnsteuer anknüpfen: "Warum machen wir sowas eigentlich nicht?", wollte der Gastgeber vom geladenen CSU-Mann Markus Blume (51) wissen.
Der bayrische Abgeordnete sagte: "Die Frage ist durchaus berechtigt. Deswegen hat ja die Koalition heute auch verlautbart, dass der Tankrabatt ausläuft. Und wir werden danach die Situation sehr genau anschauen, wie sich die Preise einpendeln. Und wenn der Verdacht sich erhärten sollte, dass die Mineralölkonzerne diese Situation ausnutzen, dann liegen da alle Optionen auf dem Tisch."
Schwerdtner konnte mit dieser Antwort nichts anfangen: "Das ist doch naiv. Der Krieg geht ja nun wirklich erstens schon einige Monate und wir haben es ja gehört, dass die Straße von Hormus weiter geschlossen bleibt. Selbst wenn der Krieg heute enden würde [...], dann werden die Tankpreise noch über Monate hoch bleiben. Die Mineralölkonzerne werden weiter diese Krise ausnutzen [...]", prognostizierte sie.
Die komplette, rund 76-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: ZDF/Markus Hertrich

