CSU-Vize überrascht bei Lanz mit Kritik an Markus Söder: "Eines Ministerpräsidenten nicht würdig"

Hamburg - Seit dem teils enttäuschenden Abschneiden der CSU bei den Kommunalwahlen in Bayern gärt es in der Partei. Am Montagabend diskutierten die Gäste bei ZDF-Talkmaster Markus Lanz (57) über einen Brief, den CSU-Vize Manfred Weber (53) an Pfingsten an 600 Parteifunktionäre verschickt hatte sowie über die Selbstinszenierung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, 59).

CSU-Vize Manfred Weber (53) war am Montagabend zu Gast bei Markus Lanz (57).  © ZDF/Markus Hertrich

In dem Pfingst-Schreiben, das viele als frontalen Angriff auf Söder verstanden hatten, forderte Weber einen Kurswechsel der Partei, mehr Substanz und einen geringeren Fokus auf Schlagzeilen und Klickzahlen.

"War der wahre Adressat des Briefes Markus Söder?", fragte Lanz den CSU-Politiker. Weber verneinte. Anlass für das Schreiben seien ausschließlich die schmerzlichen Verluste, selbst in ehemaligen CSU-Hochburgen, bei der Kommunalwahl gewesen.

Lanz hakte an dieser Stelle nach: "Und deswegen wollten Sie einen Putsch gegen Söder anzetteln?" Weber wies dies ebenfalls zurück und sagte, dass er mit dem fünfseitigen Schreiben deutlich machen wollte, dass es kein 'Weiter so' geben dürfe.

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Doch der ZDF-Gastgeber ließ nicht locker und fragte am Höhepunkt eines hitzigen Schlagabtausches: "Ist Markus Söder auserzählt?"

Weber blockte zunächst, lobte die Verdienste des CSU-Ministerpräsidenten, um dann jedoch dessen Inszenierung auf sozialen Medien, etwa beim Döneressen, mit harschen Worten zu kritisieren: "Ich fand, das war eines Ministerpräsidenten dann auf die Dauer nicht würdig."

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Unter dem Hashtag "Söderisst" hatte der Ministerpräsident immer wieder Selfies gepostet

Weber kritisiert Söders Döner-Posts

In einem fünfseitigen Schreiben an 600 Parteifunktionäre hatte sich Weber sehr kritisch darüber geäußert, wie Politik in Zeiten sozialer Medien betrieben wird.  © ZDF/Markus Hertrich

Man dürfe sich nicht nur an Follower-Zahlen orientieren, kritisierte Weber erneut. Die CSU müsse sich programmatisch und konzeptionell neu aufstellen: "Diese Art, Politik zu machen, hat auch seine Legitimation, ich möchte nur, dass wir in der Partei auch darüber ringen."

Laut dem CSU-Vize müsse es primär darum gehen, das Gemeinwohl im Freistaat wieder verstärkt in den Fokus zu rücken: "Wir gehen immer stärker in den Egoismus, in die Blasen rein, es löst sich vieles auf und ich will, dass Bayern sein besonderes Gen erhält, nämlich den Zusammenhalt."

Die komplette Sendung "Markus Lanz" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der ZDF-Mediathek.

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