"Nicht weitersprechen!": Verärgert unterbricht Markus Lanz seinen Gast

Hamburg - Es war ein aufsehenerregender Vorgang: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) warf dem Koalitionspartner SPD vor, "teure, wirkungsschwache und verfassungsrechtlich fragwürdige" Vorschläge gegen die hohen Energiepreise zu unterbreiten. In seiner Sendung vom Dienstagabend wollte Markus Lanz (56) dem öffentlich ausgetragenen Streit im Gespräch mit Sepp Müller (37, CDU) näher auf den Grund gehen.

Am Dienstagabend diskutierte Markus Lanz (56, l.) mit dem Unionsfraktionsvize Sepp Müller (37, CDU).  © ZDF/Markus Hertrich

"Da lädt der Finanzminister die Wirtschaftsministerin – also eine Kollegin aus dem Kabinett – zum Gespräch ein und sie schickt zwei Abteilungsleiter. Und tritt parallel dazu selber vor die Presse. Wie ist das zu erklären?", wollte der Moderator von dem stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag wissen.

Darauf sagte Müller: "Ich verstehe, dass Sie da nachfragen. Es ist ja wichtig, dass wir ein Ergebnis haben und dass das Ergebnis auch zählt", versuchte sich der Politiker um eine konkrete Antwort zu drücken, woraufhin Lanz nochmals fragte: "Was gibt das für ein öffentliches Bild ab? Wie kann das sein?"

Wieder blieb der Gast nur schwammig: "Das Bild, was es abgibt, zeigt auch, dass wir hier in Deutschland nur Symptome behandeln können, dass wir riesige Herausforderungen haben, vor denen wir stehen – finanzieller Art. Wir werden noch über Lieferketten reden." – "Nein, nein, nein, Herr Müller!", war Lanz mit der Antwort überhaupt nicht zufrieden.

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Doch der Christdemokrat fuhr einfach fort, nahm auf die Einwände seines Gegenübers keine Rücksicht. Verärgert musste Lanz deshalb unterbrechen: "Nicht einfach weitersprechen!", wies er Müller zurecht.

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Markus Lanz kontert Vorwurf von Politiker

Der Moderator thematisierte das problematische Auftreten der Koalition.  © ZDF/Markus Hertrich

Im weiteren Verlauf der Sendung machte Sepp Müller deutlich, dass man lieber über das Problem diskutieren sollte, wie die Bürger ihre Tankrechnungen bezahlen und Lieferfirmen ihre Personal- sowie Spritkosten stemmen könnten. Solche Fragen würde er "täglich gestellt" bekommen.

"Ich bekomme von keinem Spediteur, von keinem Pendler die Frage, die Sie stellen", kritisierte der Politiker in Richtung des Moderators.

Doch Lanz konterte: "Wissen Sie, warum Ihr Spediteur und Ihre Pendler Ihnen diese Fragen stellen? Weil Sie dieses Bild abgeben. Weil Sie nicht gemeinsam vor die Kameras treten und sagen, so machen wir es jetzt. Deswegen müssen die Ihnen diese Fragen stellen. [...]"

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Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Meinungen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

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