CDU-Politiker teilt bei Lanz gegen Ex-Kanzler aus: "fatales Verhalten"

Hamburg - Am Mittwochabend diskutierten die Gäste bei "Markus Lanz" (56) über die schwierige Lage in der Ukraine und aktuelle Entwicklungen in den Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew. Thema waren auch deutsche Waffenlieferungen an die ukrainische Armee. Dabei kam der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Norbert Röttgen (CDU, 60), beim Versuch, das Nein von Kanzler Friedrich Merz zur Lieferung des Marschflugkörpers Taurus zu verteidigen, sichtlich ins Schwimmen.

Markus Lanz (56, l.) diskutierte am Mittwochabend mit CDU-Politiker Norbert Röttgen (60) ein weiteres Mal über Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine.
Markus Lanz (56, l.) diskutierte am Mittwochabend mit CDU-Politiker Norbert Röttgen (60) ein weiteres Mal über Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine.  © PR/ZDF/Markus Hertrich

"Herr Röttgen, wären Sie immer noch für die Lieferung von Taurus?", fragte der ZDF-Gastgeber den CDU-Politiker.

"Ich war dafür, ich bin noch dafür", antwortete der Außenpolitiker, um dann ein Stück weit vom Thema abzulenken und über die deutsche Unterstützung bei der Entwicklung einer leistungsfähigen Rakete durch die Ukraine zu sprechen.

Doch Talkmaster Lanz ließ dem Politprofi dieses Manöver nicht durchgehen und fragte erneut nach der Möglichkeit einer Taurus-Lieferung an das von Russland angegriffene Land.

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Röttgen lenkte jedoch nochmals ab, indem er gegen Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, 67) nachtrat: "Diese ganze Debatte ist anhaltend davon geprägt, dass wir einen Bundeskanzler hatten, der gegen diese Unterstützung eine wirkliche Angstkampagne gemacht hat." Lanz hakte sichtlich amüsiert nach: "Und jetzt sind die Vorbehalte in der deutschen Bevölkerung so groß, dass auch ein Bundeskanzler Merz nicht mehr dafür entscheiden kann?"

Taurus-Lieferung: Röttgen wirft Ex-Kanzler Scholz "fatales" Verhalten vor

Der Marschflugkörper Taurus KEPD-350 ist einer der modernsten Flugkörper der Deutschen Luftwaffe. (Archivfoto)
Der Marschflugkörper Taurus KEPD-350 ist einer der modernsten Flugkörper der Deutschen Luftwaffe. (Archivfoto)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Röttgen wich aus: "Wenn der Bundeskanzler der eigenen Bevölkerung vermittelt, wenn wir den Taurus liefern, sind wir im Krieg. Das hat Nachwirkungen bis heute. Das war ein fatales Verhalten von Scholz."

Der ZDF-Talkmaster erinnerte jedoch daran, dass Friedrich Merz (CDU, 70) im Wahlkampf als Oppositionsführer vehement von Scholz gefordert hatte, den Taurus an die Ukraine zu liefern.

Seitdem er selbst Kanzler ist, spiele das Thema jedoch keine Rolle mehr: "Wenn man das so vollmundig ankündigt, um dann hinterher zu sagen, es geht nicht, weil wir keine Mehrheit haben, das geht nicht", so Lanz.

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Sicher scheint nach dieser Debatte lediglich, dass das Thema Taurus-Lieferung noch lange nicht abgehakt werden kann.

Die komplette Sendung "Markus Lanz" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: PR/ZDF/Markus Hertrich

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