"Die haben eine Agenda": So denkt Journalist bei "Markus Lanz" über "Nius"

Hamburg/Berlin - So manchem Zuschauer dürfte es wie ein Déjà-vu vorgekommen sein: Am Donnerstagabend ließ Markus Lanz (56) erneut das Video des rechtspopulistischen Onlinemediums "Nius" zu Daniel Günther (52, CDU) vorspielen, worin Aussagen des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten durch Schnitte verfälscht zu sehen sind. Erst tags zuvor wurde in der Sendung deutlich, dass die AfD-Politikerin Beatrix von Storch (54) auf den Clip hereingefallen ist. Welche Art von Journalismus dadurch betrieben wird, wollte der Moderator mit Robin Alexander (50) klären.

Am Donnerstagabend kam Markus Lanz (56, l.) mit dem früheren "Welt"-Journalisten Robin Alexander (50) ins Gespräch.
Am Donnerstagabend kam Markus Lanz (56, l.) mit dem früheren "Welt"-Journalisten Robin Alexander (50) ins Gespräch.  © ZDF/Markus Hertrich

Der gebürtige Essener gehörte bis Ende 2025 der Chefredaktion von "Welt" an und ist seit vielen Jahren im politischen Beobachtungsgeschäft unterwegs.

Zunächst stellte Alexander grundlegend fest: "Die Pressefreiheit gilt auch für Julian Reichelt, und die gilt auch für kritische Artikel." Zugleich erklärte er: "Man kann schon sagen, dass die Kollegen von 'Nius', die jetzt zum Beispiel den Kai Wegner oder den Daniel Günther auf dem Kieker haben, dass die eher die Tatsachen bringen, die in dieses Narrativ einzahlen."

"Warum ist das so?", hakte Lanz nach, woraufhin der Autor seine Sichtweise weiter ausführte: "Die haben eine Agenda", meinte er.

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"Die glauben, dass das Heil der Union darin läge, mit der AfD zusammen zu regieren. Und sie finden es schlecht, dass sie mit der SPD zusammen regieren. Und die Christdemokraten, die sagen, niemals mit der AfD, die stellen sie in den Senkel."

Daniel Günther könnte klagen

Alexander betont: "Auch das gibt der Verfassungsbogen her. Das ist von der Meinungs- und Pressefreiheit schon gedeckt." Sofern ein Medium falsche Tatsachenbehauptungen verbreite, könne man jedoch den Klageweg bestreiten. Diese Möglichkeit stehe auch Daniel Günther offen.

Die komplette, rund 73-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.

Titelfoto: ZDF/Markus Hertrich

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