Max Giermann stellt seine Kunst aus: "Ich würde auch malen, wenn es kein Schwein interessiert"
Berlin - Max Giermann (50) kennt man vor allem als Meister der Imitation und Parodie. In Berlin zeigt der Schauspieler mit seiner Ausstellung "Figuring Out" nun auch sein Können als Maler. TAG24 traf ihn vor der Eröffnung am Freitag.
Die Kunst begleitet den Comedian seit Kindheitstagen. "In meinem Elternhaus wurde viel gemalt, meine Eltern waren Kunsterzieher", erzählt der gebürtige Freiburger. Schon mit acht Jahren stellte er erstmals aus – damals noch in seiner Heimat. Nach rund zwei Jahrzehnten auf der Bühne zieht es ihn nun bewusst hinter die Leinwand.
Die Schauspielerei ist für Giermann von festen Rollenbildern und Erwartungen geprägt, doch "bei der Malerei habe ich die maximale Freiheit". Was entsteht, überrascht ihn dabei nicht selten selbst. "Das kommt dann irgendwie so aus meinem Inneren."
Mit Kritik geht der Komiker gelassen um. Er sei "ziemlich schmerzfrei" – und "würde auch malen, wenn es kein Schwein interessiert".
Seine Arbeiten sind geprägt von starken Gesten wie Mittelfingern. "Da will irgendwas raus", beschreibt der Künstler seinen Schaffensprozess.
Klare Botschaften verfolgt der "Switch reloaded"-Star dabei jedoch nicht. Zwar sind manche Werke mit einem Augenzwinkern zu verstehen, insgesamt spielt Humor aber eher eine unterschwellige Rolle.
Max Giermann bleibt der Schauspielerei weiterhin treu
Trotz der neuen Leidenschaft bleibt die Schauspielerei sein Hauptstandbein. "Ich ernähre damit meine Familie und zahle die Miete", sagt der 50-Jährige, doch vor allem mache es ihm weiterhin Spaß.
Sein Beruf bietet ihm außerdem die nötige Unabhängigkeit für die Kunst: "Ich finde es total super, dass ich nicht darauf angewiesen bin, Bilder zu verkaufen."
Eine feste künstlerische Richtung hat Giermann noch nicht gefunden. "Ich bin noch auf der Suche nach meinem Stil." Für ihn ein Grund weiterzumachen – Stillstand kommt für den Schauspieler nicht infrage.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa
