Mit Kopf auf eisigen Asphalt geknallt: Jan Hofer rechnet mit Umweltverband ab
Berlin - Das Glatteis-Chaos in Berlin hat ein prominentes Opfer gefordert: Jan Hofer (76) ist auf einem völlig vereisten Fußgängerweg ausgerutscht, auf den Kopf geprallt und bewusstlos geworden. Nun prangert der frühere "Tagesschau"-Sprecher die Missstände in der Hauptstadt an und spart nicht mit Kritik am Naturschutzbund Nabu.
Hofer berichtet jetzt in einem Video auf Instagram, dass er vergangene Woche gestürzt sei: "So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich da lag."
Seine Apple Watch habe sofort den Rettungsdienst gerufen, erzählt er weiter.
Dieser sei binnen weniger Minuten eingetroffen, hätten ihm geholfen und untersucht. "Das war sensationell", bedankt sich Hofer in eigenen Worten bei den Einsatzkräften.
Ein Dank geht ebenfalls raus an den Naturschutzbund Nabu, wenn auch mit deutlich ironischer Unternote: "Dafür, dass sie es möglich machen, dass die Bäume nicht beschädigt werden, dafür die Menschen aber stürzen und sich Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche einfangen. Herzlichen Dank!", schließt der Moderator seinen Beitrag.
Darum geht's konkret: Das Berliner Verwaltunsgegricht kippte auf Bestreben der Naturschutzorganisation die vorübergehende private Freigabe von Streusalz auf Gehwegen und Plätzen.
Als Grund für die Allgemeinverfügung nannte der Senat die anhaltende Glätte, weshalb der Einsatz von Salzen vorübergehend erlaubt war.
Glatteis-Chaos hat Berlin fest im Griff
Verkehrssenatorin Ute Bonde (58, CDU) sagte vergangenen Freitag, die Ausnahme sei nötig gewesen, um Menschen vor Gefahr für Leben und Gesundheit zu schützen.
Die Richter sahen das anders. Sie entschieden, dass diese Erlaubnis keine rechtliche Grundlage hatte. Solche Ausnahmen vom Verbot, überall Streusalz zu verwenden, müssen in einem Gesetz festgelegt sein. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist von dem Verbot allerdings nicht betroffen und darf es einsetzen.
Die Wetterlage in Berlin führt seit Wochen zu spiegelglatten Straßen und Fußwegen, auf denen es immer wieder zu Unfällen kommt.
Rettungsstellen registrieren seit Tagen eine erhöhte Zahl von Sturzverletzten, darunter auch ältere Menschen und Familien, die sich auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen befinden.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa, Carsten Koall/dpa (Bidmontage)

