Moderatoren-Legende wird 70: Warum Bettina Böttinger ihren Geburtstag aber erst 2027 feiert
Von Christoph Driessen und Florian Fischer
Köln - Bettina Böttinger (69) hat zwei süße Hunde. Es sind beides Rauhaardackel, und sie heißen Ilse und Finchen. Ilse ist sehr verspielt und zutraulich, Finchen ist schon 14 Jahre alt und grau und hat mit ihrem länglichen, nach hinten hin abfallenden Körper etwas von einem Seehund.
"Nicht anfassen", warnt Böttingers Frau Martina. Finchen hat ausgeprägte Beschützerinstinkte. Nachdem sie einmal kurz geblafft hat, lässt sie sich in der geräumigen Wohnung in der Kölner Südstadt wieder auf den Teppich sinken.
Vor drei Jahren hat Böttinger die Moderation des "Kölner Treffs" aufgegeben, und danach sollte für sie eigentlich ein entspannteres Leben beginnen. Aber bisher ist Ilse der einzige Beleg dafür, dass sie mehr auf Freizeit und Entspannung umschaltet: "Ich hatte mir immer einen zweiten Hund gewünscht, und den habe ich mir dann nach dem Moderations-Ende auch zugelegt", berichtet sie.
Sonst hat sich nicht viel verändert. Und das, obwohl Böttinger am Samstag (4.7.) 70 Jahre alt wird.
"Ich bin auch ein Mensch, der sehr gern feiert." Dieses Jahr fällt die Party aber aus, weil ihre Frau Martina mit einer Krebserkrankung kämpft. Außerdem ist kürzlich eine sehr enge Freundin von ihr gestorben.
"Da habe ich mich gefragt: Habe ich jetzt wirklich Lust zu feiern?"
Bettina Böttinger nimmt an der CSD-Parade teil
So entstand die Idee, alles auf nächste Jahr, also 2027, zu verschieben. Deprimiert wirkt sie nicht. "Es ist, wie es ist", sagt sie schulterzuckend. "Ich bin nicht nur engagiert, wenn ich auf einer Bühne sitze. Ich bin auch im normalen Leben der Typ Kümmerin. Ich kann das annehmen. Meine Laune war schon mal schlechter."
So werden die beiden den 70. Geburtstag jetzt relativ klein mit drei, vier Freundinnen in ihrem Haus in der Eifel feiern.
Einen Tag später, am 5. Juli, wird es dann schon wieder laut, weil Böttinger in der CSD-Parade durch Köln mitfährt. "Wahrscheinlich ein bisschen verkatert."
Der anstehende 70. Geburtstag setzt zudem ein zusätzliches Ausrufezeichen.
"Runde Geburtstage sind immer ein Einschnitt, finde ich. Man fragt sich dann: Wo stehe ich im Leben? Das war schon beim 40. so, beim 50., beim 60. Und beim 70. denkt man zwangsläufig darüber nach, dass das Messband kürzer wird. Wenn man zum Taj Mahal will, muss man das jetzt machen."
Ihr persönlicher Taj Mahal ist Ilse, der zweite Rauhaardackel, den sie sich in ihr Leben geholt hat.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa

