Berlin - Jurassica Parka war über Jahre kaum aus dem queeren Berliner Nachtleben wegzudenken. Die Kunstfigur von Mario O. (46) gehörte zu den bekanntesten Dragqueens der Hauptstadt. Nach dessen erneuter Kinderporno-Verurteilung sieht Nina Queer nun einen Schaden, der aus ihrer Sicht weit über den 46-Jährigen hinausgeht.
Vor allem das Strafmaß stößt bei ihr auf Unverständnis. "Ich finde die Milde dieser Strafe unfassbar", sagte die Drag-Ikone dem "Berliner Kurier".
Nina Queer kritisierte zudem, dass ihrer Ansicht nach das Leid der Opfer in der öffentlichen Debatte zu wenig Beachtung finde. "Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche, ich war als Kind selbst Opfer eines Pädophilen", beteuerte die Moderatorin.
Auch ihre Haltung gegenüber ihrer früheren Szene-Kollegin und einstigem Werbegesicht für das Familienministerium lässt wenig Raum für Zweifel: "Ich persönlich verachte Jurassica für ihre Taten und verurteile sie zutiefst", rechnete sie mit dem 46-Jährigen knallhart ab.
Der Fall beschäftigt die Entertainerin aber nicht nur wegen der Taten selbst. Sie sieht auch einen Schaden für die gesamte Drag-Szene. Jurassica Parka gehörte schließlich zu den bekanntesten Dragqueens der Hauptstadt, stand als Moderatorin, DJ und Entertainerin auf Bühnen und war auch beim Berliner CSD präsent.
Am Mittwoch verurteilte das Amtsgericht Tiergarten O. wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. O. gestand die Taten während des Prozesses.
Jurassica Parka nicht zum ersten Mal in diesem Zusammenhang verurteil
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung waren unter anderem 131 kinderpornografische Videos mit einer Gesamtlänge von mehr als fünf Stunden sowie 28 Bilder gefunden worden. Hinzu kam jugendpornografisches Material.
Für O. ist es nicht die erste Verurteilung in diesem Zusammenhang. Bereits 2023 hatte ihn das Amtsgericht Tiergarten wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte zu 160 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt. Dieses Urteil ist rechtskräftig.
Vor Gericht sprach O. auch über seine langjährige Alkoholsucht. Schon 2024 hatte er öffentlich über einen schweren Rückfall berichtet. Nach Bekanntwerden der neuen Ermittlungen zog sich Jurassica Parka schließlich aus der Öffentlichkeit zurück und sagte Auftritte ab.
Für Nina Queer bleibt dennoch ein Problem bestehen: Der Fall betrifft aus ihrer Sicht nicht nur einen einzelnen Künstler, sondern beschädigt auch das Bild einer Szene, die mit den Straftaten nichts zu tun hat.