Patrice Aminati packt bei "hart aber fair" aus: "Dank Medis werde ich künstlich am Leben gehalten":
Berlin - Patrice Aminati (31) leidet unheilbar an Krebs. Bei "hart aber fair" prangerte sie die Schwächen des deutschen Gesundheitssystems an.
Trotz ihrer gesundheitlichen Probleme nahm die Dresdnerin an der Montagabendausgabe der ARD-Talkshow teil und nutzte die Bühne für einen eindringlichen Appell: In Zukunft müsse Prävention eine deutlich größere Rolle spielen.
Aminati schilderte ihren persönlichen Leidensweg. Ein zunächst unscheinbarer Leberfleck entpuppte sich später als schwarzer Hautkrebs. Aussicht auf Heilung hat die Mutter einer dreijährigen Tochter nicht mehr, erklärte sie: "Dank Medis werde ich künstlich am Leben gehalten."
In der Sendung stellte sie kritische Fragen an Experten wie den Virologen Hendrik Streeck (48, CDU) und Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63).
Letzterer erklärte: "Das Kernproblem ist nicht, dass wir zu wenig Geld im System haben. Das Kernproblem ist, dass wir das Geld der Beitragszahler für viele andere Dinge verwenden, die mit Gesundheitsversorgung, Prävention und vielen anderen Dingen gar nichts zu tun haben."
Daraufhin zeigte sich Aminati empört und wollte wissen, warum das Screening zur Debatte stehe, "wenn genug Geld da ist". Gassen antwortete: "Weil Geld eingespart werden soll, das eigentlich an anderer Stelle eingespart werden könnte, aber nicht eingespart wird."
Die 31-jährige Unternehmerin wurde laut und forderte: "Lassen Sie uns zu einem Ergebnis kommen! Wo können wir jetzt einsparen? Weil ich empfinde das so: Als jemand, der monatlich Beiträge zahlt, frage ich mich: Warum soll ich als Mutter eines kleinen Kindes zuzahlen? Das ist für mich viel Geld."
Patrice Aminati lobt medizinisches Personal
Aminatis zentrales Anliegen: Vorsorgeuntersuchungen sollten deutlich früher beginnen, idealerweise schon im Jugendalter. "Ich möchte ein allgemeines Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen", so die 31-Jährige.
Trotz ihrer Kritik am Gesundheitssystem und zu teuren Medikamenten lobte Aminati das medizinische Personal - etwa an der Dresdner Uniklinik - ausdrücklich. Sie fühle sich bestens betreut und hob das hohe Engagement von Ärzten und Pflegekräften hervor.
Titelfoto: WDR/Oliver Ziebe
