Popstar Bosse enthüllt entscheidenden Karriere-Moment: "Knackpunkt war, als ich Vater wurde"
Hamburg - Er hat gekämpft, gezweifelt und am Ende doch gewonnen: Musiker Axel Bosse (46) alias Bosse hat die Kurve gekriegt. Der Wendepunkt in seinem Leben kam nicht etwa im Studio oder auf der Bühne, sondern im Privaten.
Bevor der Erfolg in seiner Musikkarriere kam, stand Bosse vor einer echten Zerreißprobe. "Meine musikalische Krise waren im Prinzip die ersten zehn Jahre", so der Sänger im "stern". Bereits seitdem er 17 ist, macht Bosse Musik. Ein Jahrzehnt lang investierte er alles in seine Band – Zeit, Energie, Geld. So viel, dass am Ende nicht einmal genug übrig blieb, "um sich ein T-Shirt zu leisten".
Was er mit Nebenjobs verdiente, floss direkt zurück in die Musik. Durchbruch? Fehlanzeige. Und trotzdem hielt er durch. Warum? "Weil es einfach so viel Bock gemacht hat." Für Bosse war die Leidenschaft immer wichtiger als der Kontostand. Geld verdiente er lange Zeit jedoch nur mit Jobs, die ihm keinen Spaß machten. Die Musik selbst brachte lange nichts ein.
Der alles entscheidende Moment kam schließlich im Privatleben: 2006 bekam Bosse eine Tochter. Und plötzlich änderte sich alles. "Der Knackpunkt war, dass ich Vater wurde. Da hat meine Frau praktisch für mich entschieden, dass ich mich nochmal richtig reinhänge und es noch eine Runde mit Musik probiere."
Zuvor hatte der Musiker überlegt, einfach eine Ausbildung zu machen. Koch hätte ihm gefallen. "Dann kam meine Tochter auf die Welt, und witzigerweise fing die Musik plötzlich an zu funktionieren", erinnert er sich.
Axel Bosse: "Ich merke, dass ich keine 30 mehr bin"
Ob seine Karriere ohne die Geburt seiner Tochter vielleicht anders verlaufen wäre? Auch auf Tour hat Bosse inzwischen seinen eigenen Weg gefunden, um fit zu bleiben und abzuliefern. Auf Alkohol zu verzichten, sei "schon mal die halbe Miete".
"Klar, ich merke, dass ich keine 30 mehr bin, wenn ich auf der Bühne zweieinhalb Stunden lang getanzt und gesungen habe, aber mit ausreichend Schlaf kann man das alles wuppen." Im Rockstar-Leben habe er sich nie komplett verloren.
Statt exzessiver Nächte fuhr er nach Konzerten auch mal direkt nach Hause, um am nächsten Morgen seine Tochter in den Kindergarten zu bringen.
Heute genieße der 46-Jährige beides: das Tour-Leben genauso wie die Ruhe danach auf dem heimischen Sofa. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsgeheimnis.
Titelfoto: Christian Charisius/dpa

