Reinhold Messner erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Kinder: "Ich wurde entsorgt"
Sexten (Italien) - Schon vor Jahren entschloss sich Bergsteiger-Legende Reinhold Messner (81), sein Erbe an seine Kinder zu verteilen, während er noch lebt. Diese Entscheidung bereut der Südtiroler inzwischen allerdings gewaltig.
"Ich war so naiv, dass ich gedacht habe, ich gebe mit warmen Händen, damit meine Kinder sich einpendeln können, was ihre Verantwortung ist", erzählte der 81-Jährige in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" und erhob schwere Vorwürfe gegen seinen Nachwuchs: "Aber sobald sie alles hatten, kam sofort der Versuch, mich auszugrenzen und Diane auszugrenzen."
Schon 2019 begann Messner damit, sein riesiges Vermögen, das auf rund 30 bis 37 Millionen Euro geschätzt wird, an seine vier Kinder Layla, Magdalena, Simon und Anna Juditha zu verteilen.
Doch seither folgte der Bruch zwischen den Familienmitgliedern.
"Mittlerweile verwehren sie sogar mir den Zugang zu meinem Museum. Es schmerzt mich, dass sie mein Lebenswerk nehmen und sagen: 'Der Alte ist eh zu nichts mehr fähig'", sagte Messner und wählte knallharte Worte: "Ich wurde entsorgt. Dabei wäre nichts möglich gewesen ohne meine Arbeit und mein Know-how."
Zu Messners Besitz zählen unter anderem sein ehemaliger Wohnsitz Schloss Juval in Südtirol, mehrere Immobilien und Bergbauernhöfe sowie die sechs Messner Mountain Museen.
Reinhold Messner stützt sich nach Bruch mit seinen Kindern auf Ehefrau Diane
Schon früher klagte der Bergsteiger, der als erster Mensch auf den Gipfeln aller 14 Achttausender stand, darüber, was das Erbe mit seiner Familie gemacht habe.
"In dem Moment, als ich mein materielles Erbe an die Kinder und Ehefrau verteilt hatte, zerbrach die Familie. Die Frage, wer mehr bekommen hat, stand im Vordergrund und ich stand mit 75 am Abgrund", sagte Messner bereits 2024 und warf seinen Kindern mangelnde Wertschätzung seiner Großzügigkeit vor.
Sohn Simon widersprach dem allerdings und betonte, dass der Bruch aus anderen Gründen passiert sei, ohne näher ins Detail zu gehen.
Ohne Verbindung zu seinen Kindern stützt sich Messner umso mehr auf seine 36 Jahre jüngere Ehefrau Diane.
"Ohne sie bin ich schachmatt. Sie hat den Zugang zum Internet, da kenne ich mich nicht aus – sie organisiert alles. Ohne sie säße ich in Südtirol, unterm Ortler, und würde auf die Eisflächen schauen", schmunzelte der 81-Jährige.
Durch sie sei es ihm zudem gelungen, seine Liebe auch öffentlich zu teilen, wie etwa auf seinem Instagram-Account: "Weil ich so viel Zuneigung bekomme, habe ich gelernt, offener damit umzugehen."
Titelfoto: Glück Dalibor/CTK/dpa

