ESC-Experten zerreißen Sarah Engels' Beitrag und rechnen mit dem Schlimmsten
Köln - Beim deutschen Vorentscheid hatte Sarah Engels (33) am Samstag die Nase vorn, doch wie stehen ihre Chancen für das ESC-Finale? Zwei Experten rechnen mit dem Schlimmsten!
Nachdem klar war, dass die Sängerin aus Hürth bei Köln Deutschland am 16. Mai in Wien vor einem Millionenpublikum repräsentieren wird, haben Thomas Mohr und Marcel Strober ihren Siegertitel "Fire" einmal genauer unter die Lupe genommen.
Die beiden Journalisten berichten schon seit Jahren über den Eurovision Song Contest und haben auch in diesem Jahr mit "ESC Update" wieder einen entsprechenden Podcast am Start. Bei ihnen konnte der Song allerdings kein Feuer entfachen.
Strober befürchtet, dass Deutschland mit Engels "in die 'Lord of the Lost'-Falle tappen" könnte. Die Rockband, die stark an die ehemalige Sieger-Kombo "Lordi" aus Finnland (gewannen den ESC 2006) erinnerte, landete 2023 auf dem letzten Platz.
Er akzeptiere zwar das Argument, dass Deutschland so einen Beitrag wie "Fire" noch nie zum ESC geschickt habe. Das Problem: "International gab es das dann doch schon ein bisschen häufiger und vielleicht auch ein bisschen frischer", legt Strober weiter nach.
Auch die Einschätzung seines Podcast-Partners fällt deutlich aus. "Dieser Song ist vorhersehbar und nicht sonderlich originell und für den ESC auch gar nicht neu. Das hat man schon oft gesehen und oft schon besser gesehen", so Mohr.
Geteiltes Urteil über Sarah Engels: Titel Flop, Bühnen-Performance Top
Ebenso wie bei "Lord of the Lost" komme Deutschland mit "Fire" einfach zu spät. Vielsagend merkt der Journalist dazu an: "Vor 20 Jahren hätte ich mich darüber sehr gefreut." Damit spricht Mohr durchaus vielen Fans aus der Seele.
Kurz nachdem Engels zur Siegerin gekürt worden war, mehrten sich die kritischen Stimmen in den sozialen Netzwerken. Viele Fans sehen in "Fire" nur eine "billige Kopie" des zypriotischen ESC-Beitrags von 2018, welcher "Fuego" hieß.
Bezüglich des Titels haben Strober und Mohr also kaum Hoffnung auf einen erfolgreichen deutschen ESC-Abend am 16. Mai in Wien. Doch es gibt auch Lob: Sowohl stimmlich als auch mit ihrer Bühnen-Performance konnte Engels die beiden überzeugen.
"Sie ist der Profi, die Erfahrene, und diese Erfahrung hat sie auch komplett ausgespielt. Das hat man schon gemerkt, dass beim Auftritt von Sarah Engels am wenigsten Angstschweiß zu riechen war", schwärmen sie im Podcast unisono. Die Zweifach-Mama habe Charisma und Star-Appeal.
Auf dem roten Teppich werde sie deshalb sicherlich eine gute Figur abgeben. Was die Platzierung angeht, sehen übrigens auch die internationalen Buchmacher schwarz: Hier belegt Deutschland aktuell Rang 22.
Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

