Sex-Expertin Paula Lambert über ihre Kindheit: "Es war einfach scheiße"
Berlin - Paula Lambert (52) kennen viele als schlagfertige Sex-Kolumnistin und Moderatorin der TV-Sendung "Paula kommt – Sex und gute Nacktgeschichten". Doch hinter ihrer offenen und selbstbewussten Art steckt die schmerzhafte Vergangenheit, als Tochter einer drogenabhängigen Mutter.
Im Podcast "Unter uns gesagt" spricht Lambert offen über ihre frühen Jahre. Ihre Eltern seien bei ihrer Geburt 1974 gerade einmal 20 Jahre alt gewesen und hätten sich kaum gekannt. Ihre Mutter sei zu dieser Zeit bereits schwer drogenabhängig gewesen.
Die Sucht habe das Leben ihrer Mutter immer stärker bestimmt. "Ich lag alleine in der Wohnung rum", erinnert sich die gebürtige Münchnerin. Schließlich wurden Nachbarn aufmerksam und griffen ein. Sie holten das Kind aus der Wohnung – und nahmen sie als Pflegekind auf.
Doch ihre leibliche Mutter wollte die Vormundschaft zunächst nicht abgeben. Ein Gericht entschied, dass Paula zu ihrer Mutter zurückkehren sollte.
Für das damals noch junge Mädchen ein harter Einschnitt: Ihre Pflegeeltern habe sie danach zwei Jahre lang nicht wiedergesehen.
Die Beziehung zu ihrer Mutter beschreibt Paula Lambert als emotional belastend. Ihre Mutter sei sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt gewesen und habe ihre Tochter nicht immer beachtet. "Es war einfach scheiße", sagt 52-jährige heute.
Als Kind habe sie versucht, sich die schwierigen Umstände schön zu reden. "Ich habe das immer so verkauft, als wäre es witzig, dass sie so sprunghaft ist", erzählt Lambert.
Wegen ihrer eigenen Erfahrungen will Paula Lambert heute anderen helfen
Trotz der schwierigen Vergangenheit findet Lambert auch positive Worte für ihre Mutter. Diese habe immer darauf geachtet, dass ihre Tochter eine gute Schulbildung erhält.
Nach dem Abitur zog Paula Lambert zunächst nach Los Angeles. Den Kontakt zu ihrer Mutter hielt sie weiterhin. Erst mit Abstand habe sie viele Erlebnisse aus ihrer Kindheit verarbeiten können.
Heute sagt die Beziehungsexpertin, dass ihre Erfahrungen ein Grund dafür seien, warum sie anderen Menschen helfen möchte. Ihre Vergangenheit habe sie geprägt – aber sie bestimmt nicht, wer sie heute ist.
Titelfoto: Imago/eventfoto54
