Sie sorgten für ersten Schwulen-Kuss in deutscher TV-Geschichte: "Lindenstraße"-Stars erhalten Verdienstorden

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Von Petra Albers, Volker Danisch, Jonas Reihl

Düsseldorf/Köln - Der Kuss eines homosexuellen Paares in der "Lindenstraße" galt 1990 als ein Skandal und ging als erster Schwulen-Kuss in einer deutschen Serie in die TV-Geschichte ein. Dafür wurden am Dienstag drei Stars der kultigen ARD-Serie mit dem Verdienstkreuz des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) übergab den Verdienstorden am Dienstag unter anderem an Schauspieler Georg Uecker (63, r.) und ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) übergab den Verdienstorden am Dienstag unter anderem an Schauspieler Georg Uecker (63, r.) und ...  © Henning Kaiser/dpa

Neben Produzent Hans W. Geißendörfer (85) erhielten auch die beiden Schauspieler Georg Uecker (63) sowie Claus Vinçon (69) den Orden. Hana Geißendörfer nahm ihn stellvertretend für ihren Vater entgegen.

Nach Worten von Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) ist die "Lindenstraße" ein echtes Stück Zeitgeschichte. Über Jahrzehnte habe sie die Veränderungen in der Gesellschaft widergespiegelt und sei ihrer Zeit oft voraus gewesen.

Geißendörfer sei einer der ersten gewesen, der Aids im deutschen Fernsehen thematisiert habe. Er habe den ersten Kuss eines homosexuellen Paares im Vorabendprogramm gezeigt. "Das ist mutig gewesen", betonte Wüst.

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Uecker spielte die Rolle des Carsten Flöter. Dessen Kussszene mit Robert Engel (Martin Armknecht, 64) lief am 25. März 1990 im TV. Etwas, "das in der damaligen Gesellschaft noch ein Tabu war, das verdrängt und verschwiegen worden ist: Liebe und Zärtlichkeit zwischen Männern." Er habe den Mut zu diesem Kuss gehabt. "Er war bereit, sich in den Wind zu stellen, um gesellschaftlichen Wandel voranzubringen."

15 Persönlichkeiten erhalten den Verdienstorden

"Lindenstraße"-Produzent Hans W. Geißendörfer (85). (Archivbild)
"Lindenstraße"-Produzent Hans W. Geißendörfer (85). (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

Bei der Auszeichnung Vinçons, der die Rolle des Georg Eschweiler in der "Lindenstraße" spielte, hob Wüst ebenfalls dessen Mut und Engagement hervor.

Schon vor rund 30 Jahren engagierte er sich für die Präventionskampagne "Herzenslust" der Aidshilfe NRW. HIV und Aids seien damals mit großer Angst, Vorurteilen und Ausgrenzung verbunden gewesen.

Insgesamt erhielten 15 Persönlichkeiten den Verdienstorden des Landes, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander in NRW einsetzten und damit auch die Gleichberechtigung queerer Menschen stärkten.

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So wurden auch der Grünen-Politiker Volker Beck (65) und der Moderator Ralph Morgenstern (69) mit dem Verdienstorden des Landes NRW ausgezeichnet.

Die Serie "Lindenstraße" spielte in München, wurde aber in Köln produziert.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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