"Star Wars"-Star offen: Harrison Ford spricht über Kampf mit Depressionen
USA - Schauspieler Harrison Ford (83) hat offen über seinen Kampf mit Depressionen gesprochen.
In einer neuen Folge des "Awards Chatter"-Podcasts sprach der "Star Wars"-Star über eine besonders schwere Phase seines Lebens. Während seines Studiums litt er demnach unter einer Depression und verließ sein Zimmer nur selten.
"Ich stand aus meinem Einzelbett auf, ging zum Telefon, bestellte eine Pizza, ging zurück ins Bett und blieb liegen, bis die Pizza kam. Ich aß die Pizza, warf die Verpackung in die Ecke und schlief wieder ein", erinnerte sich Ford.
Der 83-Jährige fügte hinzu: "Ich war mehr als nur deprimiert. Ich denke, ich war krank. Ich war sozial krank, psychisch nicht in Ordnung."
An der Universität fand er zunächst auch kaum Anschluss, bis er einen Theaterkurs belegte, um seinen Notendurchschnitt zu verbessern.
Ihm war zuvor nicht bewusst gewesen, dass der Kurs nicht nur das Lesen und Analysieren von Stücken beinhaltete, sondern auch Schauspielern.
Dadurch erhielt er seine erste Bühnenerfahrung überhaupt. Durch den Kurs entwickelte er schließlich zudem erstmals das Gefühl, wirklich dazuzugehören.
Harrison Ford wurde kurz vor Ende seines Studiums herausgeworfen
"Ich glaube, ich habe einfach meinen Platz unter Geschichtenerzählern gefunden. Die Geschichten gaben mir einen Fokus und die Möglichkeit, über etwas nachzudenken und gemeinsam mit anderen daran teilzuhaben. Das hat meine Welt wirklich verändert, mein Leben verändert", erklärte er.
Am Ripon College im US-Bundesstaat Wisconsin studierte Ford Philosophie, wurde jedoch vier Tage vor seinem Abschluss wegen eines Plagiatsvorwurfs ausgeschlossen.
"Ich war nicht streng genug darin zu kontrollieren, wessen Worte ich in meiner Abschlussarbeit verwendet habe. Mir wurde Plagiat vorgeworfen, und ich habe es auch eingeräumt."
Trotz des Rückschlags legte er dennoch eine beeindruckende Karriere hin: Mit Filmrollen in "Star Wars" und "Indiana Jones" wurde er weltberühmt.
"Ich bekam Hauptrollen, weil die Filme erfolgreich waren, und dieser Erfolg hat mich getragen. Er hat mich weitergetragen, aber ein großer Teil davon ist auch, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, Glück und Durchhaltevermögen", so Ford.
Solltet ihr von Depressionen betroffen sein oder Hilfe brauchen, findet ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner - natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.
Titelfoto: Richard Shotwell/Invision via AP/dpa

